Fitness: 4 Mythen über Sport im Alter

Wenn man auch im hohen Alter noch regelmäßig Sport treibt hört man üblicherweise Dinge wie „gut für dich“ oder „mach es solange du noch kannst“. Worüber die meisten Leute allerdings nicht reden, sind ihre Zweifel daran, ob man auch in den 50er und 60ern noch ständig trainieren, ein Rennen laufen oder Radkampfwettkämpfe bestreiten sollte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle mit den größten Mythen aufräumen!

Wenn wir älter werden, sollten wir nicht mehr intensiv trainieren

Der allgemeinen Meinung nach kommt es mit zunehmendem Alter beim Sport immer schneller zu Verletzungen – aber es sind hauptsächlich die Abnahme des regelmäßigen Trainings und der daraus resultierende Verlust des Muskeltonus, die die Bedingungen für Verletzungen schaffen können. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass mäßiges bis intensives Training nicht nur zur Verringerung des Fettmasseprozentsatzes beiträgt, sondern auch die Muskelkraft bei älteren Menschen erhöht und das Verletzungsrisiko massiv verringert. Sport mit hoher Intensität ist besonders wichtig für Frauen, da dies der effektivste Weg ist, den Verlust an Muskelmasse umzukehren, der auftreten kann, wenn sich der Hormonspiegel in den Wechseljahren ändert.

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Mit zunehmendem Alter werden wir dicker

Es ist wahr, dass hormonelle Verschiebungen mit zunehmendem Alter die Art und Weise verändern können, in der unser Körper Fett verarbeitet und speichert. Fettansammlung geschieht jedoch hauptsächlich als Reaktion auf Inaktivität und schlechte Ernährung – unabhängig vom Alter! Um der Gewichtszunahme mit fortschreitendem Alter entgegenzuwirken, können wir zwei Dinge tun, die einen dramatischen Unterschied ausmachen:

  1. Regelmäßig und konsequent trainieren.
  2. Unsere Ernährung auf natürlichen Lebensmitteln basieren (d.h. Lebensmittel ohne Zusatzstoffe etc.).

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Wenn Ihr euch angemessen ernährt und die Muskelmasse durch das Training erhalten könnt, erhöht sich auch eure Stoffwechselfrequenz, was in jedem Alter dazu beiträgt, Fettansammlung und Übergewicht zu vermeiden. Denn letztendlich kann man nur durch die richtige Ernährung den Alterungsprozess auf natürliche Weise aufhalten.

Schmerzen lassen sich am besten dadurch erklären, dass sich unser Körper abnutzt

Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen würde, wenn ich höre dass sich jemand über die Abnutzungserscheinungen seines Körpers und das damit verbundene Unvermögen Sport zu treiben beschwert, wäre ich mindesten Millionär. Und dabei ist diese Aussage vollkommener Unfug.

Nehmen wir einfaches Joggen bzw. Laufen als Beispiel: Ein Forschungsprojekt mit 2600 Probanden im Alter von durchschnittlich 64 Jahren hat kürzlich unmissverständlich festgestellt, dass regelmäßiges Lauftraining das Risiko für Knieschäden oder Arthritis nicht signifikant erhöht – ganz im Gegenteil, es senkt das Risiko sogar. Die älteren Athleten unter euch dürften davon nicht überrascht sein.

Wenn Ihr Schmerzen beim Laufen habt, zieht eine Ganganalyse in Betracht, steigt auf Radfahren um oder investiert ein paar Euro in eine bessere Ausrüstung. Genau wie damals, als Ihr noch jünger wart, sollten Schmerzen keine Bedingung für euren Schmerz darstellen. Euer Körper ist widerstandsfähiger als Ihr vielleicht denkt … und er es ist auch im höheren Alter noch nicht so sehr abgenutzt, dass er nicht vom Sport in Form einer höheren Lebenserwartung und einer verbesserten Gesundheit profitieren könnte.

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Wir müssen unsere Zeit in unsere Kinder investieren, nicht in unseren Körper

Unsere Kinder benötigen ihre Eltern als Helden und Vorbilder, nicht als Lehrer oder Dozenten, wie es früher vielleicht einmal gewesen ist. Nichts motiviert euer Kind so sehr, ein gesundes und erfüllter Leben zu führen, wie wenn Ihr mit gutem Beispiel voran geht. Lasst sie euren Gesichtsausdruck sehen, wenn Ihr bis an eure Grenzen geht und  sie werden eine wichtige Lektion für Ihr gesamtes Leben lernen, nämlich was es heißt, hart zu arbeiten um seine Ziele zu erreichen!

Fazit

Älter werden bedeutet nicht, dass Ihr euren Sport aufgeben müsst. Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, weiter zu trainieren. Lernt zu verstehen, wie euer Körper mit zunehmendem Alter auf Trainingsanreize reagiert und passt euer Training entsprechend an. Achtet zudem auf gesunde sowie ausgewogene Ernährung und seid euren Kindern ein gutes Vorbild. Glaubt mir, sie werden sich daran erinnern und sich eines Tages dafür bei euch bedanken!