Ernährung: Gesunde Lebensmittel und Gerichte lange haltbar machen

Sich gesund zu ernähren kann mit viel Aufwand verbunden sein. Schließlich kostest es oft einiges an Mühe, jeden Tag frisch und gesund zu kochen. Doch es gibt einen wertvollen Trick, mit dem Ihr euch viel Zeit und Arbeit sparen und euch dennoch ausgewogen sowie gesund ernähren könnt. Ihr müsst lediglich dafür sorgen, dass eure Lebensmittel und Gerichte länger haltbar werden!

Wenn es um die Konservierung von Lebensmitteln geht, haben wir die Qual der Wahl. Um die Lebensdauer von Lebensmitteln oder selbstgemachten Gerichten zu verlängern, könnt Ihr diese kühlen, einfrieren, einmachen, zuckern, pökeln oder gar vakuumieren.  Darüber hinaus forschen Lebensmittelexperten ständig an neuen Konservierungsmethoden, um das bisherige Portfolio noch zusätzlich zu erweitern.

Jahrhunderte voller Versuche und Irrtümer haben uns die sichersten Methoden der Lebensmittelkonservierung gelehrt, die Ihr euch nun zu Nutze machen könnt, um euch die gesunde Ernährung auch in einem stressigen Alltag um ein Vielfaches zu erleichtern, ohne dabei auf eine hohe Lebensmittelqualität verzichten zu müssen! Die gute Nachricht ist, dass Ihr mit der richtigen Methode und den passenden Hilfsmitteln die Haltbarkeit fast aller Gerichte und Lebensmittel extrem verlängern könnt!

Warum es so wichtig ist Lebensmittel länger haltbar zu machen

Lebensmittelkonservierung bezieht sich auf die Prozesse, mit denen Ihr Lebensmittel für eine sichere, langfristige Lagerung vorbereiten könnt – unabhängig davon, ob Ihr sie zu Hause verwenden oder unterwegs konsumieren möchtet. Konservierungsmethoden hemmen das Bakterienwachstum und andere Arten von Verderb, was bedeutet, dass die Lebensmittel länger haltbar werden und auch noch langer Lagerung noch bedenkenlos und große Nährstoffverluste genossen werden können.

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Prinzipiell gibt es drei Hauptgründe, warum die Konservierung von Lebensmitteln wichtig ist:

  • Zur Minimierung pathogener Bakterien – Lebensmittel, die über einen längeren Zeitraum gelagert werden, können durch Bakterien wie E. coli, Salmonellen und andere Krankheitserreger schwer verderben. Bakterien brauchen nur Wärme, Feuchtigkeit und Zeit, um sich schnell in Lebensmitteln zu vermehren, aber die Konservierung von Lebensmitteln hemmt einen oder mehrere dieser Zustände und stoppt ihr Wachstum.
  • Um die beste Qualität der Lebensmittel zu gewährleisten – Die Qualität unserer Nahrung verschlechtert sich im Laufe der Zeit aufgrund von Verderb. In vielen Fällen führt milder Verderb nicht dazu, dass Lebensmittel nicht mehr bedenkenlos konsumiert werden können, sondern dass Geschmack, Textur und Erscheinungsbild erheblich beeinträchtigt werden. Die richtige Konservierung von Lebensmitteln kann dazu beitragen, einige dieser Eigenschaften sowie den Nährwert bestimmter Lebensmittel langfristig zu erhalten.
  • Um Geld und Zeit zu sparen – Müll ist teuer, sowohl zu Hause als auch im kommerziellen Umfeld. Im Idealfall solltet Ihr vermeiden, mehr zu kaufen, als Ihr verwenden könnt. Verschiedene Konservierungsmethoden helfen euch jedoch, Gemüse, Obst, Fleisch usw. weit über das übliche Verfallsdatum hinaus zu konservieren, sodass Ihr diese nicht wegwerfen müsst. Außerdem erleichtert es das Vorkochen großer Portionen, sodass Ihr über einen langen Zeitraum immer eine gesunde und nahrhafte Mahlzeit parat habt.

Bestimmte Methoden zur Konservierung von Lebensmitteln können auf den ersten Blick vielleicht ein wenig aufwendig wirken, doch wenn Ihr sie erfolgreich anwendet, dann ist die Mühe es allemal wert. Ein weiterer Pluspunkt: Da viele Konservierungsmethoden Präzision und Sorgfalt erfordern, um die Lebensmittelsicherheit aufrechtzuerhalten, wird dadurch zusätzlich auch euer Bewusstsein für Lebensmittelhygienerisiken und -qualität gesteigert!

Die bekanntesten Methoden um Lebensmittel lange haltbar zu machen

Die Methoden zur Konservierung von Lebensmitteln reichen vom einfachen Kühlen bis hin zu komplexeren Vorgängen wie Einmachen. Bei vielen handelt es sich um kreative Optionen, mit denen Ihr die Dinge zu Hause vereinfachen und gesunde Gerichte lange haltbar machen könnt. In den folgenden 6 Abschnitten stelle ich euch die verschiedenen Methoden zur Lebensmittelkonservierung und die sicherste und effektivste Methode sie durchzuführen vor.

Konservierungsmethode #1: Kühlen

Obwohl Kühlen heutzutage eine grundlegende Lagerungsmethode ist, war sie einst ein Luxus. Das Aufbewahren von Lebensmitteln bei niedrigen Temperaturen ist die einfachste und häufig sicherste Art, viele Arten von Lebensmitteln aufzubewahren, da das zu kühlende Lebensmittel in der Regel nur eine minimale Vorbereitung erfordert.

Kühlschränke schützen die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln, da die Kälte das Bakterienwachstum verlangsamt und den Verderb minimiert. Je nach Art des Lebensmittels kann es im Kühlschrank einige Tage bis einige Wochen dauern, bis sich die Konsistenz und der Geschmack verschlechtern.

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Um Lebensmittel sicher zu kühlen, solltet Ihr:

  • euren Kühlschrank auf eine Temperatur zwischen 1 ° C und 4 ° C einstellen. Das Gesetz schreibt vor, dass Lebensmittel für den gewerblichen Gebrauch unter 8 ° C gelagert werden müssen.
  • nach Möglichkeit separate Kühlfächer für rohe und risikoreiche oder verzehrfertige Lebensmittel verwenden, um eine Kreuzkontamination zu vermeiden. Verzehrfertige Lebensmittel sollten beispielsweise immer über rohen Lebensmitteln stehen.
  • den Kühlschrank nicht überladen und  keine Lebensmittel vor die Kühleinheit stellen. Stellt sicher, dass zwischen den Lebensmitteln genügend Platz ist, um die Luftzirkulation zu ermöglichen.
  • Konserven in einen separaten Behälter legen, bevor Ihr sie in den Kühlschrank stellt. Wenn Ihr eine offene Dose im Kühlschrank aufbewahrt, überträgt sich eine kleine Menge Metall auf das Lebensmittel, was dem Essen zwar keinen Schaden zufügt, ihm aber einen unappetitlichen Geschmack verleiht.

Gut zu wissen

Im Laufe der Geschichte schnitten und lagerten verschiedene Zivilisationen Eis oder Schnee, um bessere Kühlbedingungen zu schaffen. Bevor es Kühlschränke gab wurde Eis sogar in die ganze Welt verschifft.


Konservierungsmethode #2: Einfrieren

Bei sachgemäßer Lagerung kann Tiefkühlkost viele Monate haltbar sein. Da Bakterien im gefrorenen Zustand nicht wachsen können, können Lebensmittel, die Ihr im Gefrierschrank aufbewahrt, für nahezu unbestimmte Zeit sicher aufbewahrt werden. Die Qualität wird jedoch irgendwann nachlassen und unappetitlich werden. Daher solltet Ihr die meisten Tiefkühlprodukte innerhalb weniger Monate oder eines Jahres aufbrauchen.

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Um Lebensmittel sicher einzufrieren, solltet Ihr:

  • den Gefrierschrank auf eine Temperatur zwischen -18 ° C und -22 ° C einstellen.
    Legt die Lebensmittel vor dem Einfrieren in luftdichte Behälter oder Gefrierbeutel. Die richtige Verpackung ist besonders wichtig für Fleisch, da es sonst zu Eisbrand und Ungenießbarkeit im Gefrierschrank kommen kann.
  • nur Artikel einfrieren, deren Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist.
  • aufgetaute Lebensmittel niemals wieder einfrieren, da sich Bakterien zwischen dem Auftauen vermehren können. Ihr solltet die Lebensmittel daher sofort verwenden oder nach dem Auftauen maximal bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.
  • den Gefrierschrank regelmäßig abtauen, um Eisbildung zu vermeiden. In der Zwischenzeit können die Lebensmittel aus dem Gefrierschrank für einige Stunde im Kühlschrank zwischengelagert werden.

Gut zu wissen

Wenn der Strom ausfällt, sollte die Gefriertür nicht geöffnet werden. Lebensmittel bleiben in der Regel ca. 24 Stunden lang gefroren, auch wenn sich das Gefriergerät ausschaltet.


Konservierungsmethode #3: Zuckern

Die Aufbewahrung von Lebensmitteln in einer zuckerreichen Umgebung stoppt das Bakterienwachstum, indem der Wassergehalt der Lebensmittel verringert wird. Es eignet sich besonders gut für Obst: Ihr könnt Marmeladen zubereiten, die lange haltbar sind und diese bequem in Dosen aufbewahren (siehe Abschnitt unten).

Alle Arten von zuckerhaltigen Substanzen, einschließlich Zuckerkörnchen, Zuckersirup oder Honig, eignen sich gut zur Konservierung von Lebensmitteln. Einige Zuckerrezepte verwenden neben Zucker auch Alkohol, um bestimmte Lebensmittel haltbar zu machen.

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Ihr könnt Zucker verwenden, um Lebensmittel zu konservieren, wie zum Beispiel:

  • Obst – Äpfel, Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen, Kirschen und mehr lassen sich gut zuckern.
  • Gemüse – Ingwer und Karotte werden üblicherweise gezuckert und für Relishes oder Gewürze verwendet.
  • Bestimmter Fisch und Fleisch – Ihr könnt Zucker mit Salzwasser oder einer anderen Flüssigkeit kombinieren, um eine Lösung zu erhalten, die dazu beiträgt, Fleisch zu konservieren.

Aber Achtung: Wenn Ihr zu viel Zucker zu euch nehmt, ist dies nicht nur schlecht für eure Figur sondern auch mit vielen Gesundheitsrisiken verbunden. Wenn Ihr jedoch die Zuckermenge auf ein Minimum reduziert, steigt die Gefahr, dass eure Lebensmittel schneller verderben. Es kommt bei dieser Konservierungsmethode also alles auf die richtige Balance in euren Rezepten an.


Gut zu wissen

Der durchschnittliche Deutsche konsumiert etwas 24 Kilogramm Zucker im Jahr – das entspricht dem sechsfachen der empfohlenen Menge!


Konservierungsmethode #4: Pökeln

Ähnlich wie beim Zuckern entzieht auch Salz der Nahrung Wasser und stoppt somit das Bakterienwachstum. In hohen Konzentrationen kann es sogar Bakterienzellen zerstören, obwohl das Essen dann wahrscheinlich auch unappetitlich wird.

Es gibt zwei Arten des Pökelns:

  • Trocken-Pökeln: Ihr gebt Salz auf die Lebensmittel, z.B. Fleisch und wartet bis das Wasser entzogen wurde.
  • Nass-Pökeln: Besser bekannt als Salzlösung. Dazu mischt Ihr Salz mit Wasser und gebt eure Lebensmittel in die Flüssigkeit, um sie zu konservieren. Diese Methode wird oft mit dem „Einmachen“ kombiniert (siehe weiter unten).

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Wie bei Zucker kann ein übermäßiger Salzkonsum die Gesundheit schädigen. Ihr solltet Außerdem müsst Ihr beim Konservieren spezielles Salz verwenden, das extra zum Einlegen entwickelt wurde. Mit herkömmlichem Tafelsalz wird die Konservierung nicht gelingen.


Gut zu wissen

Die alten Römer schätzten Salz so sehr als Zutat für die Konservierung von Lebensmitteln, dass sie es zeitweise sogar als Zahlungsmittel verwendeten. Zudem kann Salz die Leistungsfähigkeit steigern.


Konservierungsmethode #5: Einmachen

Wenn Lebensmittel in Dosen aufbewahrt werden, verlängert sich ihre Lebensdauer erheblich – allerdings nur, wenn dies ordnungsgemäß durchgeführt wird. Der Konservierungsprozess macht Lebensmittel lange haltbar, indem Sauerstoff durch einen luftdichten Verschluss entfernt wird und Lebensmittel in einer sauren, zuckerhaltigen oder salzigen Umgebung aufbewahrt werden, in der Bakterien nicht gedeihen können.

Bei dieser Methode solltet Ihr immer einen sicheren und ordnungsgemäßen Konservierungsprozess befolgen:

  • Wählt Lebensmittel von hoher Qualität aus, die vor oder nach dem Verfallsdatum noch im besten Zustand sind.
  • Erwerbt geeignete Gläser und selbstverschließende Deckel, die speziell für die Konservenherstellung entwickelt wurden. Ihr könnt keine alten Erdnussbuttergläser und Marmeladentöpfe wiederverwenden. Sie gewährleisten keinen luftdichten Verschluss.
  • Kauft euch ein Konservengestell.

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Die einzelnen Schritte beim Einmachen:

  • Die Gläser in kochendem Wasser erhitzen (nicht kochen).
  • Das Essen bzw. Gericht nach Rezept zubereiten. Normalerweise lassen sich nur Gerichte einmachen, die mindestens einmal aufgekocht wurden.
  • Nehmt die Gläser aus dem Wasser und füllt diese mit dem Essen (locker – nicht stopfen!)
  • Je nach Rezept könnt Ihr das Glas vollständig mit dem Lebensmittel (z.B. Marmelade) füllen oder eine saure Flüssigkeit oder Salzlösung hinzufügen, die Ihr zuvor aufgekocht habt.
  • Lasst nach oben etwa 1 cm Freiraum und setzt den Verschlussdeckel aus. Passt den Deckel an, bis er ganz fest sitzt.
  • Taucht die Gläser mit Hilfe eures Konservengestells für einige Minuten in kochendes Wasser
  • Nehmt die Gläser aus dem Wasser und lasst sie abkühlen.

Es ist wichtig, dass Ihr einen getesteten Konservierungsprozess durchführt, um die Langlebigkeit und Sicherheit von Lebensmitteln zu erhöhen. Lebensmittel, die C. botulinum enthalten, können bei unsachgemäßer Konservierung Toxine produzieren, die eine Botulismus-Vergiftung verursachen: eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung. Glücklicherweise bleibt C. botulinum in Umgebungen mit hohem Säuregehalt inaktiv.


Gut zu wissen

Als Reaktion auf Napoleons Sorge um Soldaten, die an Unterernährung sterben, erfand ein Mann namens Nicholas Appert im frühen 19. Jahrhundert die Konservenindustrie.


Konservierungsmethode #6: Vakuumieren

Ähnlich wie beim Einmachen entzieht die Vakuumverpackung Bakterien den Sauerstoff, indem sie eine luftdichte Atmosphäre schafft. Während die Lebensmittel mit dieser Methode möglicherweise nicht so lange haltbar sind wie beim Einmachen, verlängert das Vakuumieren die Haltbarkeit dennoch viel länger als das Aufbewahren von Lebensmitteln im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe.

Vakuumverpackungen haben als Konservierungsmethode einen zusätzlichen Wert, da sie die Qualität ohne die Notwendigkeit anderer Zutaten (im Gegensatz zum Einmachen) bewahren. Der Prozess erhält normalerweise sowohl den Geruch, als auch die Farbe, den Geschmack und die Konsistenz des Lebensmittels – was besonders für Fleisch wünschenswert ist. Vakuumverpackte Lebensmittel behalten auch bei Luftmangel ihre Feuchtigkeit, was für eine optimale Lebensmittelqualität sorgt.

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Über die Konservierung hinaus eignet sich die Vakuumverpackung auch gut für die Zubereitung von Lebensmitteln. Viele Köche vakuum-verpacken bestimmte Zutaten und kochen sie bei einer präzisen Temperatur (Sous Vide), um einzigartige Ergebnisse zu erzielen.

Um Lebensmittel sicher zu vakuumieren, solltet Ihr:

  • das Essen hygienisch zubereiten. Wascht Obst und Gemüse ab und entfernt  unerwünschte Haut, Fett und Knochen vom Fleisch.
  • die Lebensmittel in eine geeignete Vakuumverpackungs-Plastiktüte legen.
  • den Plastikbeutel in eine Vakuumverpackungsmaschine legen.
  • die Vakuumverpackungsmaschine laufen lassen.
  • das Gericht oder Lebensmittel oder an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren.

Ihr könnt auch bestimmte Methoden anwenden, bei denen keine Maschine zum Vakuumieren von Lebensmitteln erforderlich ist. In der Regel wird jedoch die Lebensmittelsicherheit beeinträchtigt und es werden unterschiedlich gute Ergebnisse erzielt. Denkt daran: Um Botulismus zu vermeiden, darf die Verpackung gar keine Luft mehr enthalten!


Gut zu wissen

Ihr könnt viele Lebensmittel vakuumieren. Weichkäse, Pilze, Brokkoli, Kohl und Rosenkohl sollten davon jedoch ausgeschlossen werden. Sie geben Gase ab, die den Beutel ausdehnen und zum Verderben führen.