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Muskelaufbau: Mehr als nur hoch und runter – Der Unterschied zwischen exzentrischen und konzentrischen Bewegungen

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Wenn Ihr regelmäßig trainiert – sei es im Gym, beim Bodyweight-Workout oder im Verein – dann habt Ihr ganz sicher schon tausende Wiederholungen gemacht: Bizeps-Curls, Kniebeugen, Bankdrücken und Co. Aber habt Ihr Euch dabei mal gefragt, was eigentlich in Euren Muskeln passiert, wenn Ihr ein Gewicht hochzieht oder wieder absenkt?

Heute klären wir genau das – und zwar anhand der beiden entscheidenden Muskelaktionen im Krafttraining: konzentrisch vs. exzentrisch. Spoiler vorweg: Der „Rückweg“ ist oft sogar effektiver als der „Hinweg“ – Ihr müsst ihn nur richtig nutzen!

Was sind konzentrische und exzentrische Bewegungen?

Eure Muskeln arbeiten in drei Bewegungsformen:

  1. Konzentrisch (überwindend):
    Der Muskel verkürzt sich aktiv, um eine Bewegung auszuführen.
    Beispiel: Das Hochziehen des Gewichts beim Bizeps-Curl.
  2. Exzentrisch (nachgebend):
    Der Muskel verlängert sich unter Spannung, während er ein Gewicht kontrolliert abbremst.
    Beispiel: Das langsame Absenken des Gewichts beim Curl.
  3. Isometrisch (haltend):
    Der Muskel bleibt unter Spannung, ohne sich zu verkürzen oder zu verlängern.
    Beispiel: Die Halteposition beim Plank oder das Verharren in der Kniebeuge.

In diesem Zusammenhang auch interessant: Die Biomechanik des Muskelaufbaus

In diesem Artikel fokussieren wir uns auf die zwei Hauptphasen jeder Bewegung: konzentrisch und exzentrisch – und warum beide wichtig (aber unterschiedlich effektiv) sind.

Die konzentrische Phase – Der sichtbare Kraftakt

Die konzentrische Bewegung ist der Moment, in dem Ihr aktiv Kraft aufbringt, um ein Gewicht zu bewegen.

Typische Beispiele:

  • Hochdrücken der Hantel beim Bankdrücken
  • Aufstehen aus der Hocke bei Kniebeugen
  • Hochziehen beim Klimmzug

Was passiert im Muskel?

Eure Muskelfasern verkürzen sich und überwinden den Widerstand. Das ist der Teil der Bewegung, den viele als „das Training“ empfinden – aber eben nur die halbe Miete.

Die exzentrische Phase – Der unterschätzte Muskelbooster

Die exzentrische Phase wird häufig vernachlässigt – dabei steckt genau hier riesiges Potenzial!

Typische Beispiele:

  • Langsames Absenken der Hantel nach dem Bankdrücken
  • Kontrolliertes Runtergehen bei Kniebeugen
  • Absenken beim Bizeps-Curl

Warum ist sie so wichtig?

  • Ihr seid in der exzentrischen Phase bis zu 30 % stärker als in der konzentrischen.
  • Exzentrisches Training sorgt für mehr mechanische Spannung – einer der Hauptreize für Muskelaufbau.
  • Ihr fördert Muskelkontrolle, Gelenkstabilität und Sehnenstärke.
  • Studien zeigen: Wer die exzentrische Phase betont, erzielt größere Hypertrophieeffekte – also mehr Muskelwachstum!

Exzentrisch trainieren – so geht’s!

Ihr wollt die exzentrische Phase richtig nutzen? Dann probiert diese simplen, aber effektiven Strategien:

1. Zeit unter Spannung erhöhen

Zählt bei der negativen Bewegung bewusst 3–4 Sekunden.
Beispiel: Bizeps-Curl – 1 Sekunde hoch, 4 Sekunden langsam runter.

2. Negative Wiederholungen

Wenn Ihr keine Kraft mehr für eine weitere konzentrische Wiederholung habt, lasst Euch das Gewicht nur noch kontrolliert absenken – mit voller Muskelspannung.

3. Exzentrische Isolationssätze

Fokussiert einzelne Übungen gezielt auf die exzentrische Phase.
Beispiel: Klimmzüge – Ihr springt in die obere Position und senkt Euch langsam ab.

Und was ist mit Muskelkater?

Ja, exzentrisches Training verursacht oft intensiveren Muskelkater – weil es mehr Mikrotraumata in der Muskulatur auslöst. Aber genau das ist auch der Trigger für Muskelwachstum.

Wichtig: Gerade bei exzentrischen Reizen ist Regeneration entscheidend. Gebt Eurem Körper Zeit, sich zu erholen – und achtet auf Schlaf, Ernährung und aktives Ausrollen.

Fazit: Kontrolliertes Absenken ist keine Pause – es ist das Training!

Wenn Ihr das nächste Mal trainiert, denkt an diesen Artikel.
Nicht nur das Gewicht hochdrücken zählt – das kontrollierte Absenken ist mindestens genauso wichtig.

Konzentrisch ist der Showeffekt, exzentrisch ist die Baustelle für echten Fortschritt.

Wer das verstanden hat, trainiert smarter – nicht härter.

Eure Aufgabe für diese Woche:

Wählt drei eurer Lieblingsübungen aus – und achtet bei jeder Wiederholung gezielt auf die exzentrische Phase.
Zählt mit, haltet die Spannung, spürt den Unterschied.

Schreibt mir gerne, wie’s für Euch war – Muskelkater inklusive! 😄

Und wenn Ihr Lust auf gezielte Trainingspläne mit Fokus auf exzentrisches Training habt, meldet Euch – ich helfe Euch gern weiter!

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