Fitness: 5 unangenehme Wahrheiten die man nicht ignorieren sollte

Eines vorweg: Ich rede in diesem Artikel nicht über Wahrheiten wie „Kohlenhydrate sind nicht so schlimm wie ihr Ruf“, „Cardio macht dick“ oder „Du musst deinen Lebensstil verändern, nicht deine Ernährung“. Wenn Ihr auf der Suche nach angenehmen Wahrheiten seit um euch besser zu fühlen, dann schaut auf Instagram vorbei oder lest ein Fitness-Magazin.

#1 – Euren Körper zu verändern wird nicht euch selbst verändern

Viele Menschen denken, sie werden automatisch zu besseren Menschen, wenn sie an Ihrem Körper arbeiten, Fett verlieren und Muskelmasse aufbauen. Zwar können Kraft- und Fitnesstraining durchaus dabei helfen, sich persönlich weiterzuentwickeln und selbstbewusster zu werden, doch wird das Aussehen des eigenen Körpers niemals die grundsätzliche Persönlichkeit verändern. Nur weil Ihr Sport treibt, auf eure Ernährung achtet und einen athletischen Körper habt, wird sich nicht gleich euer gesamtes Leben verändern.

Wenn Ihr diese ganze Fitness Sache also nur betreibt weil Ihr denkt, dass sich euer Leben dadurch von Grund auf verändern wird, dann werdet Ihr sicherlich bitter enttäuscht sein. Das soll euch nun aber natürlich keinesfalls davon abhalten, weiter an eurem Körper zu arbeiten. Trainiert und ernährt euch gesund – aber tut es für euch selbst und nicht für andere! Macht euer Selbstwertgefühl nicht von den erreichten Resultaten abhängig (z.B „Ich werde erst glücklich sein wenn ich ein Sixpack habe“). Der Weg ist das Ziel, denn am Ende des Tages ist dieser Weg alles was wir haben.

#2 – Fitness kann euer Leben ruinieren

Jeder hat das tiefsitzende Verlangen danach, Teil von etwas größerem zu sein. Aus diesem Grund bezeichnen sich die Leute als Bodybuilder, Powerlifter oder Crossfitter und versehen Ihr Instagram-Profil stolz mit einem Hashtag a lá #cleaneater. Dadurch bekommen viele Ziele ihren Sinn. Und wisst Ihr was? Das ist auch gut so. Es ist großartig, dass viele Menschen Interesse an etwas haben, das sowohl ihren Körper als auch ihren Geist positiv beeinflusst.

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Wo liegt dann aber das Problem?

Das Problem ist, dass diese ganze Fitness Sache schnell das gesamte Leben übernimmt!

  • Es ist ein Problem, wenn das Beintraining plötzlich wichtiger wird als der Besuch bei der Großmutter, die man seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hat.
  • Es ist ein Problem, wenn man nicht mal mehr ein Stück Geburtstagskuchen isst, da es zu viele Kohlenhydrate enthält.
  • Es ist ein Problem, wenn man schlecht gelaunt und genervt wird, weil man eine von den fünf geplanten Trainingseinheiten für die Woche verpasst hat.

Wenn euch diese Situationen bekannt vorkommen, dann wird es Zeit etwas kürzer zu treten! Es sei denn natürlich, Ihr seit ein professioneller Sportler oder ein Fitness-Model (da Ihr diesen Artikel lest, stehen die Chancen allerdings ganz gut, dass Ihr keines von beiden seit). Genau in diesem Augenblick stirbt irgendwo in Westafrika ein vierjähriges Mädchen, weil es dort nicht genug sauberes Trinkwasser gibt und Ihr macht einen Aufstand weil Ihr gestern zu viele Kohlenhydrate gegessen habt …

Entspannt euch!

#3 – Fitness hat sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert

  1. Esst weniger um abzunehmen
  2. Esst mehr um Muskeln aufzubauen

Jeder, und ich meiner JEDER Ernährungs-/ Trainingsplan der als neu, innovativ oder gar revolutionär ausgegeben wird basiert auf den beiden oberen Grundsätzen.

Schauen wir uns mal ein paar extrem populäre „Konzepte“ der letzten Jahre im Fitnessbereich an:

  • P90x und das hochgelobte Konzept der „Muskelverwirrung“ ist einfache Periodisierung, die in schönen Worten verpackt wurde. Die meisten Menschen wissen schließlich nicht, was Periodisierung bedeutet.
  • Intermittierendes Fasten ist lediglich eine Veränderung der Essensfrequenz, sodass diese besser zum individuellen Lebensstil passt. Die Anzahl der Kalorien bleibt in der Regel jedoch gleich. Ihr werdet nicht mehr Gewicht verlieren, nur weil Ihr 2000 Kalorien in zwei Mahlzeiten zu euch nehmt anstatt in sechs.
  • IIFYM ist auch nicht mehr als Kalorienzählen – nur halt auf einem tieferen Level. Statt Kalorien allein zu zählen, werden die drei Makronährstoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) verfolgt. Dies hilft vielen Menschen sich bewusster darüber zu werden, was genau sie essen.
  • Detox oder Saftdiäten funktionieren – nicht dank magischer „Detoxeffekte“ sondern einfach weil man nicht mehr drei Mal pro Woche Fast-Food wie ein Wahnsinniger zu sich nimmt. Detox-Diäten sind zudem gefährlich kalorienarm, sodass dem Körper nichts andere übrig bleibt als abzunehmen.

#4 – Niemand möchte einen großartigen Körper

Ein Ferrari ist ein schönes Auto. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die dieser Aussage widersprechen würden. Aber niemand möchte einen Ferrari. Man möchte höchstens dessen Leistung, Prestige und den Anstieg des Selbstwertgefühls den man bekommt, wenn man einen Ferrari besitzt. Nur ganz wenige scheren sich um das Auto selbst. Und das gleiche gilt für einen stählernen Körper mit ausgeprägtem Sixpack.

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Ich wette, dass euch nicht so viel bedeutet, ein Sixpack zu bekommen wie es euch darum geht, ein besseres Leben, mehr Selbstvertrauen und hübschere Frauen zu bekommen. Hört also endlich auf zu sagen, Ihr möchtet so schlank und muskulös wie Ryan Reynolds oder Ben Affleck werden. Ihr wollt gar nicht wie Ryan Reynolds aussehen. Ihr wollt lediglich die imaginären Vorteile, von denen Ihr glaubt, dass sie dieser Körper mit sich bringt: Selbstvertrauen, eine witzige Persönlichkeit, bildhübsche Frauen und Geld.

#5 – Ihr seit an allem Schuld

Ihr habt keine Zeit zum trainieren? Ihr habt nicht genug Geld um euch gesund zu ernähren? Eure Genetik ist einfach miserabel? Ratet mal: Das ist eure Schuld, eure Schuld und eure Schuld!

Erstens weigere ich mich zu glauben, dass jemand so beschäftigt ist, dass er nicht mindestens 3 Stunden pro Woche trainieren kann. Wenn Ihr diesen Artikel lest, dann verbringt Ihr wahrscheinlich mindesten 3 Stunden pro Woche auf Facebook und Instagram. Lasst das weg und Tada, da habt Ihr eure 3 Stunden.

Kein Geld für gesunde Ernährung? Oh aber Ihr habt genug Geld für Junk- und Fast-Food, welches nicht nur eure Geldbörse sondern auch eure Gesundheit belastet. McDonalds und Co sind nicht mal günstig! Wenn das Geld wirklich so knapp ist, dann verkauft doch einfach ein bisschen überflüssigen Schrott auf Ebay oder geht ein paar Stunden im Monat Kellnern.

Das Schlimmste, was Ihr tun könnt, ist, eurer Leben einfach wie gehabt weiterzuführen, ohne es zu ändern. Aber jetzt sagt Ihr wahrscheinlich: „Aber Marvin, ich habe keine Kontrolle über meine Genetik.“ Da habt Ihr recht, diese Kontrolle habt Ihr nicht. Das Leben wird immer eine Richtung einschlagen, die Ihr einfach nicht kontrollieren könnt. Aber Ihr habt IMMER 100 % Kontrolle darüber, wie Ihr darauf reagiert. Ein schlechte Genetik ist scheiße, ja. Aber wisst Ihr was noch schlimmer ist? Sein Schicksal einfach so zu akzeptieren und nichts dagegen zu tun!

Fazit

Fitness ist eines der schwierigsten Dinge, die man im Leben meistern kann. Im Gegensatz zu einem Doktortitel in Neurowissenschaften oder einem Abschluss an einer dekorierten Universität ist Fitness eine lebenslange Reise. Es gibt keinen Ausschalter. Es gibt keinen „einfachen“ Weg. Und genau aus diesem Grund habe ich diesen Artikel geschrieben.  Diese 5 „hässlichen“ Wahrheiten sind Themen, über die nur wenige sprechen. Es ist vielleicht nicht sexy, aber es ist der Stoff, der euren Erfolg bestimmen kann. Ich würde mich sehr freuen, eure Meinungen und Gedanken zu diesem Thema unten in den Kommentaren zu lesen!

 

 

6 Kommentare zu „Fitness: 5 unangenehme Wahrheiten die man nicht ignorieren sollte

  1. Einer der besten und ehrlichsten Artikel die ich bis jetzt in meiner 20jährigen Trainingskarriere gelesen habe! Du bringst es sowas von auf dem Punkt. Weiß ja warum ich deinen Blog abonniert habe.

    Bravo!

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  2. Hei,

    sehr ehrlich geschrieben und da hast du recht! ich bin erst neu beim fitness aber versuche mich jeden tag zu motivieren, es wird immer besser. Ich habe aber eine Frage, undzwar bin ich auf das Bikinifigur-Coaching gestoßen und wollte mal wissen, ob das was bringt?! Die Erfahrungsberichte sind nämlich alle so positiv.

    lg
    sandra 🙂

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    1. Hey Sandra,
      danke für das nette Kompliment! Ich kenne das Coachin-Programm zwar nicht, generell wäre ich bei sowas jedoch sehr vorsichtig! Alles was zu schön um wahr zu sein klingt ist es meistens auch. Erfahrungsberichte kann man heutzutage jedenfalls leicht fälschen, sodass ich darauf nicht unbedingt vertrauen würde. Lass ich dich bei sowas also immer am besten vom „gesunden Menschenverstand“ leiten, denn viele solcher Programme dienen einzig und allein der Geldmacherei.
      VG,
      Marvin

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