Gesundheit: Der wichtigste Muskel in unserem Körper

Ihr mögt vielleicht fit und sportlich sein, doch tut Ihr auch das Richtige um eurer Herz zu schützen? In diesem Artikel möchte ich euch erklären, welche fatale Wirkung extreme Diäten und übermäßig exzessives Training auf euer Herz haben können. Denn fit bedeutet nicht zwangsweise gesund. Nur wenn Ihr die richtige Balance zwischen Ernährung, Sport und Erholung findet, der bleibt gleichermaßen sportlich wie auch gesund.Die gesundheitsbewussten Menschen unter euch wissen wahrscheinlich, dass gesunde Ernährung in Kombination mit regelmäßigem Sport den Körper stärken und zu einem langem Leben führen kann.

In der Tat bieten ein aktiver Lebensstil und ausgewogene Ernährung viele Vorteile für den menschlichen Körper und stärken das Herz-Kreislauf-System. Es gibt jedoch auch Workouts und Diätstrategien, die zu extrem sind und das Herz mehr belasten als es zu unterstützen.

In einigen Fällen und bei bestimmten Leuten können solche Trainings- und Ernärhungsformen ein großes Risiko darstellen und im schlimmsten Fall zu schweren Herzkrankheiten oder sogar dem sofortigen Tod führen.

Das Diät Dilemma

Die Gesundheit eures Körpers und eure Fitness hängen zu einem Großteil von einer gesunden, ausgewogenen Ernährung ab. Jedoch gibt es momentan einige besorgniserregende Diättrends, die alles andere als gut für unser Herz sind.

If it fits your macros (IFFYM)

Anhänger dieser Diät können schnell in Schwierigkeiten geraten wenn Sie sich keine Gedanken über die Qualität Ihrer Lebensmittel machen. Makros zu messen mag dabei helfen, ein bestimmtes Fitness-Ziel zu erreichen, jedoch kann es auch schnell zu einseitiger Ernährung führen. Wenn Ihr nicht darauf achtet, euch ausgewogen mit einer Vielzahl verschiedener Lebensmittel voller wichtiger Nährstoffe zu ernähren, dann kann das durchaus schädlich für euren Körper sein.

Wenn man beispielsweise 4500 Kalorien am Tag zu sich nimmt, dann bleibt viel mehr Platz für Lebensmittel wie Kekse, Schokolade oder andere Snacks, die allgemein hin als „schlecht“ gelten. Wenn einfach nur stupide auf die Makros achtet, kann es schnell zu gesundheitlichen Problemen kommen. Die Qualität der aufgenommenen Lebensmittel sollte bei IFFYM daher ebenfalls eine große Rolle spielen.

Abgepackte Lebensmittel enthalten zudem oft so genannte Trans-Fette. Diese wiederum können den LDL Cholesterinspiegel (das „schlechte Cholesterin“) erhöhen und den HDL Cholesterinspiegel (das „gute“ Cholesterin) senken – also genau das, was wir unseren Gesundheit ersparen möchten. Zu viele Trans-Fette in eurer Ernährung können zudem das Risiko für Diabetes Typ 2 sowie das Entzündungsrisiko im Körper erhöhen.

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Diese Lebensmittel sind ein absolutes N-Go und stecken voller Trans-Fette

Natürlich nimmt nicht jeder, der einer IFFYM Diät folgt, auch automatisch Snacks, ungesunde Fertignahrung oder andere Lebensmittel mit vielen Trans-Fetten zu sich, es gibt auch viele Menschen, die Ihre Ernährung trotz IFFYM abwechslungsreich und ausgewogen gestalten. Das Risiko ist bei dieser Diätform nunmal aber höher als bei anderen Diäten und deshalb solltet Ihr euch immer daran erinnern, dass auch die Qualität eurer Lebensmittel bei dieser Diät (wie bei jeder anderen) eine wichtige Rolle spielt. Wenn eure Körper und außen und innen gesund sein soll, dann müsst Ihr über Kohlenhydrate, Fette und Proteine hinausdenken.

High-Fat/High-Protein Diäten

Anderen Trenddiäten enthalten zudem oft Nährstoffe in Mengen, die der Körper gar nicht mehr verarbeiten kann. High-Fat und High-Protein Diäten sind ein gutes Beispiel und können besonders gesundheitsschädlich für Menschen sein, die keine großen Mengen Fett verbrennen können. Wenn euer Körper daran gewöhnt ist viel Fett zu verbrennen und Fett als Energiequelle zu verstoffwechseln, dann sind solche Diäten zwar unbedenklich, doch bei den meisten Menschen ist dies wohl eher nicht der Fall und kann daher sehr belastend für das Herz-Kreislauf-System sein.

Studien haben gezeigt, dass die Durchblutung nach fettigen Mahlzeiten schlechter funktioniert – und das gilt umso mehr bei übergewichtigen Personen. Die erhöhte Konzentration an freien Fettsäuren im Körper senkt die Produktion von Stickstoffmonoxid, wodurch wiederum das Auftreten von Bluthochdruck vermehrt wird.

Wenn Ihr eine High-Fat Diät machen möchtet, denkt daran, dass nicht alle Fette gleich sind und das jeder Körper das Fett unterschiedlich verarbeitet bzw. verarbeiten kann. Allgemein gilt, wer aktiv, sportlich und fit ist, kann in der Regel ohne Bedenken eine High-Fat, High-Protein Diät wie zum Beispiel Low-Carb oder die ketogene Diät machen, da physische Aktivitäten die negativen Einflüsse einer erhöhten Fettaufnahme auf das Herz-Kreislauf-System verhindern. Wer jedoch generell eher inaktiv ist und nur selten Sport treibt, der sollte seine Gesundheit zuliebe auf diese Diätformen verzichten.

Auf lange Sicht ist es dennoch in beiden Fällen am sinnvollsten, die richtige Balance zu finden. Ausgewogene und variantenreiche Ernährung ist noch immer am gesündesten für den Körper, egal wie sportlich man ist. Früher galt Fett als die Hauptursache für Übergewicht – heute versprechen viele Diäten, dass eben jenes das Geheimnis zum Abnehmen sei. Wer wirklich gesund abnehmen und fit bleiben möchte, der sollte seine Ernährung nicht auf bestimme Nährstoffe beschränken, sondern eine ausgewogene Mischung finden.

Wettbewerbs-Vorbereitung

Auch wenn die meisten Bodybuilder körperlich extrem gesund aussehen mögen, ist dies in der Regel gar nicht so. Extreme Diäten können schwerwiegende Gesundheitsprobleme verursachen und das Herz-Kreislauf-System dauerhaft beschädigen. Diäten mit einem Minimum an Kohlenhydraten und vielen gesättigten Fettsäuren können das Herz stark belasten und den Cholesterinspiegel massiv erhöhen. In einigen Fällen ist bei Bodybuildern der Gehalt an ApoB und LDL Cholesterin sogar so hoch, wie es sonst nur bei Menschen, die unter Atherosklerose leiden, der Fall ist.

Professionelle oder ambitionierte Bodybuilder sollten daher versuchen, Ihre Wettkämpfe so zu legen, dass Ihr Körper ausreichend Zeit hat sich zu erholen und sie zu einem Großteil des Jahres einem gesunden Lebensstil folgen können.

Wenn man eine Diät zu extrem gestaltet und für längere Zeit nur ein Minimum an Kalorien zu sich nimmt, kann das zudem die Kommunikation zwischen dem Gehirn und den Organen beeinträchtigen. Bei Männern kann das zu einem geringen Thestosteron- und Thyroidspiegel führen, während es bei Frauen eher zu einem niedrigen Progesteron- und Östrogenspiegel kommt. Die Folge: Schwache Knochen, Muskelabbau und unter Umständen Nierenprobleme. Je länger man seinem Körper diesem Zustand aussett, desto höher ist die Gefahr, dass auch das Herz darunter leidet.

Um einen gesunden und ausgewogenen Hormonspiegel zu behalten, solltet Ihr extreme Diäten sowie einen sehr niedrigen Körperfettanteil (unter 5% bei Männern und unter 10% bei Frauen) über einen längeren Zeitraum vermeiden. Regelmäßige Checks und Untersuchungen helfen zudem, Warnzeichen des Körpers frühzeitig zu erkennen und seinen Lebensstil entsprechend anpassen zu können.

Hardcore Training

Dem renommierten American Collage of Sports Medicine zufolge sollte man physische Aktivitäten mit moderater Intensität auf etwa 150 Minuten und mit hoher Intensität auf etwa 75 Minuten pro Woche reduzieren, um das Herz optimal zu unterstützen. Nun werden viele von euch dieses Pensum wahrscheinlich schon innerhalb von wenigen Tagen erreicht haben, richtig? Das ist bei mir keineswegs anders. Ich trainiere an 7 Tagen pro Woche für mindestens 90 Minuten. Ihr solltet euch allerdings darüber im Klaren sein, dass Sport die Gesundheit nicht nur unterstützt, sondern ihr bei exzessivem Training auch schaden kann.

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Um das Herz nicht zu sehr zu belasten solltet Ihr euer Training regelmäßig variieren. Ausschließlich hochintensives oder moderates Training ist belastener für den Körper als wenn Ihr intensive und moderate Trainingseinheiten regelmäßig abwechselt. Wer 3 – 5 mal pro Woche Krafttraining macht oder regelmäßig laufen geht, belasted nicht automatisch das Herz-Kreislauf-System damit. Wenn Ihr jedoch regelmäßig und über einen langen Zeitraum eure Grenzen überschreitet, indem Ihr euren Körper täglich an sein Limit bringt (z.B durch abwechselnd hochintensives Kraft- und Cardiotraining), dann erhöht sich das Risiko und die Gesundheit kann darunter leiden. Jahrelang Ultra-Marathon zu laufen oder extremes Krafttraining zu betreiben ist also nicht die beste Unterstützung für das Herz.

Genau wie bei einer Diät kann man es auch mit dem Training übertreiben und so seine Gesundheit riskieren. Plant am besten immer ausreichend Regenerationszeiten für euer Training ein, wechselt zwischen moderatem und intensiven Einheiten und hört auf euren Körper wenn er euch signalisiert, dass eine Pause angebracht ist.

Regelmäßige Untersuchungen

Selsbt wenn Ihr der Inbegriff von Gesundheit seid, können regelmäßig durchgeführte, physische Checks bzw. Untersuchungen dabei helfen, frühe Signale von Herzproblemen zu erkennen.

Junge Menschen in den 20igern sollten sich mindestens alle 5 Jahre durchchecken lassen. Wenn man seinen Lebensstil oft aufgrund von Diäten oder Training umstellt oder große Veränderungen in Bezug auf die eigene Körperkonstitution erzielt, dann sind durchaus auch kürzere Intervalle zwischen den Untersuchungen ratsam.

Regelmäßige Untersuchungen sollten auch in den 30igern und älteren Jahren fortgesetzt werden. Zudem könnt Ihr selbst regelmäßig euren Blutdruck und Taillenumfang kontrollieren. So könnt Ihr Bluthochdruck frühzeitig erkennen und ggfls. Veränderungen in euremm Lebensstil vornehmen um diesem entgegen zu wirken. Ist der Oberwert stetig über 120 und Unterwert über 80, so solltet Ihr einen Arzt aufsuchen und die Ergebnisse mit ihm besprechen.

Bemerkt Ihr eine signifikante Zunahme an eurem Taillenumfang, so ist es unter Umständen ratsam, eure Ernährung zu überdenken und eventuell anzupassen. Frauen sollten einen Taillenumfang unter 80 cm und Männer unter 95 cm haben, um das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes Typ 2, hohe Cholesterinwerte und Herz-Gefäß-Erkrankungen minimal zu halten.

3 Kommentare zu „Gesundheit: Der wichtigste Muskel in unserem Körper

  1. Sehr guter Artikel. Ich komme selber aus dem Leistungssportbereich. Da kann auch mal die Gesundheit leiden. Viele meiner Freunde haben mittlerweile mit Krafftraining angefangen und vernachlässigen dabei auch teilweise ihre Gesundheit, weil sie beispieslweise weiter trainieren, wenn sie krank sind.

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