Motivation: Warum #fitspiration absoluter Bullshit ist

Habt Ihr schon mal etwas von fitspiration gehört? Die Abkürzung steht für Fitness Inspiration und hat sich in letzter Zeit zu einem riesigen Trend in den sozialen Netzwerken entwickelt. Es geht darum, seinen sportlichen Lifestyle zu dokumentieren und öffentlich zu teilen. Andere Nutzer sollen so dazu motiviert werden, ebenfalls etwas für ihre Gesundheit und Fitness zu tun. Doch das ist absoluter Bullshit! Ich freue mich wirklich sehr, dass ich euch dieses Thema nun einmal etwas detaillierter näher bringen kann, da es mir sehr am Herzen liegt und damals einer der Hauptauslöser für mich war, diesen Blog zu gründen. Schließlich möchte ich mit all den unzähligen Fitness- und Gesundheitsmythen aufräumen, von denen es heutzutage ja nun wirklich mehr gibt als Sand am Meer.

Nun aber zum eigentlichen Thema: fitspiration

#fitspiration – Es geht nicht um Motivation

Meiner Meinung muss dieser lächerliche Trend so schnell wie möglich ein Ende finden – oder zumindest müssen wir wesentliche vorsichtiger werden, wenn es darum geht, bestimmten Leuten für unsere Fitness Inspiration in den sozialen Medien zu folgen.

Wisst Ihr was, die allermeisten Menschen da draußen, die ihre Beiträge mit #fitspo oder #fitspiration markieren, machen dies NICHT, um euch zu motivieren. Es geht nicht um euch, es geht allein um die Person, die das Bild oder den Beitrag postet. Darum, sie authentisch erscheinen zu lassen und darum, dass sie sich selbst gut fühlt wenn ihre Follower das Bild sehen und denken, „Wow, das sieht mega gut aus.“

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Dabei entstehen solche Fotos nicht, wie es manchmal den Eindruck erwecken könnte, als spontane Schnappschüsse. Es bedarf unzähliger Versuche, Photoshop und diversen Filtern bis ein ausgewähltes Bild schließlich den Weg bis zur Veröffentlichung findet und uns „motivieren“ darf, ebenso zu werden wie die Person, die das Bild gepostet hat. So sollen wir dann dazu gebracht werden, mehr Sport zu treiben und uns gesünder zu ernähren … mal ehrlich, was ist das bitte für ein Bullshit?

Der schmale Grat

Ich möchte, dass Ihr an dieser Stelle nun wirklich ehrlich zu euch selbst seid. Wenn Ihr euch die Bilder einer jungen Frau anschaut, die in ihrer Unterwäsche posiert, mit Sixpack und einem nicht unbeträchtlichen Ausschnitt ihrer Brüste, wie fühlt Ihr euch dann? Gibt es euch das Gefühl, dass Ihr eure Gesundheit und euren Körper positiv und nachhaltig verändern könnt? Oder fühlt Ihr euch dann eher unzulänglich? Vielleicht sind eure Essgewohnheiten einfach nicht gut genug und vielleicht ist der einzige Unterschied zwischen euch und der Person in dem Foto, mangelnde Disziplin.

In fast jedem solcher Bilder geht es nicht um Gesundheit. Vielmehr werden Essstörungen als etwas Positives dargestellt. Der Grat zwischen #fitspiration und #proanna (pro Anorexia = Magersucht) ist beinahe unsichtbar und für mich ist es einfach nur extrem alarmierend, dass sich viele junge Menschen solche Vorbilder suchen, um von ihnen Fitness- und Ernährungstipps zu bekommen. Essstörungen sind gerade bei professionellen Bodybuildern und Fitnessmodels keine Seltenheit.

Die Frage nach dem Sinn

Wenn aber nun, nachdem ihr diesen Post hier gelesen habt, ihr immer noch ehrlich zu euch selbst sagen könnt, dass diese Bilder auch wirklich inspirieren, dann möchte ich an dieser Stelle, dass Ihr euch fragt WARUM. Warum inspirieren diese Bilder euch? Warum möchtet Ihr so aussehen? Werdet Ihr dadurch glücklicher? Wird euer Leben dadurch besser?

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Aus einer allgemeinen gesundheitlichen Sicht sind die Körperfettwerte, die von diesen Fitnessmodels und Profi-Athleten normalerweise erreicht werden, für die meisten Menschen nicht gesund. Fitness-Models haben einen Körperfettgehalt von 5 – 10 %, während ein durchschnittlicher Mann 15 % und eine durchschnittliche Frau 23 % besitzt. Das ist ganz natürlich und sogar gesund. Niedrige Körperfettwerte resultieren oft in verminderter Fruchtbarkeit, Herz-Kreislauf-Störungen und schlechter Knochendichte. So könnte eure Suche nach definierten Bauchmuskeln oder einer extrem schlanken Figur mit nachhaltigen, negativen Auswirkungen für eure Gesundheit enden.

Und noch etwas. So eine Figur können viele Menschen gar nicht bekommen, für sie ist es schlichtweg unmöglich. Egal wie hart sie trainieren und wie gesund sie sich ernähren, sie werden niemals so aussehen, wie die Menschen in den Instagram-Bildern, da ihre Genetik es einfach nicht so vorgesehen hat. Andere wiederum können so eine Figur vielleicht bekommen, doch zu welchem Preis?

In unserer Selfie-besessenen Kultur müssen wir uns immer vor Augen führen, dass diese sorgfältig aufbereiteten Bilder immer zum Vorteil des Posters dienen, nicht zu unserem eigenen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie wir andere auf ihrer Fitnessreise unterstützen und motivieren können und keine davon benötigt sichtbare Bauchmuskeln. Statt dieser Yoga-Pose im Sonnenuntergang am Strand, warum nicht einfach nur der Strand, der Park oder Wald, in dem ihr gerade trainiert? Oder eine einfache Aufnahme eines leckeren Frühstücks ohne so genannte „Superfoods„?

Wenn Ihr euch durch jemanden, dem Ihr in den Sozialen Medien folgt, unzulänglich oder schlecht fühlt, dann habt keine Angst davor, den „Unfollow“ Knopf zu drücken! Schließlich hängt der Wert von euch als Person nicht von eurem Gewicht, eurem Aussehen oder der Tatsache ab, ob ihr ein Sixpack habt!

 

2 Kommentare zu „Motivation: Warum #fitspiration absoluter Bullshit ist

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