Fitness: Sechs Lektionen von den gesündesten Menschen der Welt

„Blue Zone“ oder „Blaue Zone“ ist ein Begriff, der von Dan Buettner geprägt wurde und sich auf Teile der Welt mit einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Hundertjährigen bezieht – Menschen, die über 100 Jahre alt sind. Sie leben nicht nur lange, sie sind im Allgemeinen auch zufriedener mit ihrem Leben. Hier lest Ihr sechs Dinge, die wir von diesen erstaunlichen Menschen lernen könnten.

Vielleicht habt Ihr den Begriff „Blue Zone“ schon einmal gehört, vielleicht noch nicht. So oder so, es gibt einiges, was wir den Menschen, die dort leben, lernen können.

Menschen, die in Blue Zones leben:

  • Leben länger
  • Leiden wesentlich seltener an chronischen Krankheiten
  • Weisen weniger Fälle von psychischen Problemen oder Belastungsstörungen auf
  • Sind glücklicher
  • Engagieren sich stärker für ihre Familie und die Gemeinschaft

Was sind Blue Zones?

Die fünf bekanntesten Blue Zones sind:

  • Icaria, Griechenland
  • Ogliastra, Sardinien, Italien
  • Okinawa, Japan
  • Nicoya Halbinsel, Costa Rica
  • Loma Linda, Kalifornien

Trotz der großen Unterschiede zwischen diesen Orten gibt es Ähnlichkeiten zwischen ihnen, die den Schlüssel zur Steigerung eurer eigenen Gesundheit und eures Glücks darstellen und euch zudem zu einem längeren Leben verhelfen könnten.

Lektion #1: Regelmäßiges Training

Wir alle wissen, dass Bewegung wichtig ist – und die Bewohner der Blauen Zone bekommen diese regelmäßig und in größeren Mengen. Und dennoch werdet Ihr die meisten von ihnen weder auf beim Bankdrücken noch beim Kreuzheben erleben – auch wenn das natürlich auch nicht schädlich wäre.

Nein, der größte Teil ihrer Bewegung ist mit ihrem täglichen Leben verbunden. Sie bearbeiten das Land, pflegen ihre Häuser, erledigen die Hausarbeiten, gehen spazieren und knüpfen Kontakte. Die Menschen in Okinawa zum Beispiel sind aktive Wanderer und viele von ihnen bauen zudem ihre eigenen Gärten an. Dies bietet nicht nur eine konstante Dosis Bewegung, sondern auch frisches Gemüse.

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Es mag von strukturierten Trainingsplänen zwar weit entfernt sein, aber selbst leichtes Training wird die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbessern, die Knochendichte steigern und das Energieniveau erhöhen!

Lektion #2: Weniger essen

Es ist offensichtlich, dass sich die Portionsgrößen in den letzten Jahrzehnten geändert haben. Schaut euch alle Lebensmittel-, Snack- oder Getränkegrößen an, und Ihr werdet eine drastische Zunahme feststellen. Diese größeren Portionsgrößen enthalten mehr Kalorien und die Auswirkungen auf die Gesundheit sind für jedermann erkennbar.

Menschen in Blue Zones waren diesen größeren Portionen entweder nicht ausgesetzt oder sie haben sie bewusst gemieden. Die in Lima Linda lebenden Blue Zoner zum Beispiel leben nach dem Motto „Iss wie ein König beim Frühstück, beim Mittagessen wie ein Prinz und beim Abendessen wie ein Armer“.

In Blue Zones spielen Familie und Freunde zudem eine wichtige Rolle bei den Mahlzeiten. Wenn Essen eine soziale Angelegenheit ist, ist es einfacher, langsamer zu essen und weniger Kalorien zu sich zu nehmen.

Lektion #3: Beziehungen wertschätzen

Die Kraft von Beziehungen und emotionalen Banden wird oft übersehen oder unterschätzt, ist aber doch entscheidend für die geistige Gesundheit, das Glück, die Zufriedenheit und ein langes Leben.

Dan Buettner, der Mann, der den Begriff „Blue Zones“ geprägt hat, erklärt: „Freunde können euer Gesundheitsverhalten auf eine Weise messbar und dauerhaft beeinflussen, wie es eine Diät niemals vermag.“ Und er fährt fort: „Ich behaupte, das Mächtigste, was Ihr tun könnt um gesünder und länger zu leben ist, euer unmittelbares soziales Netzwerk zu pflegen.“

Menschen, die in der blauen Zone von Ogliastra auf Sardinien leben, haben starke familiäre Bande und schätzen die Familie über alles. Sie kümmern sich um die Ältesten in ihrer Familie und helfen oft, die Kinder des anderen zu erziehen. Macht doch mal an einem Wochentag nachmittags einen Spaziergang durch die verwinkelten Straßen von Ogliastra und schaut euch an, wie sich die Bewohner versammeln, um zu lachen und  gemeinsam Spiele zu spielen.

Lektion #4: Hin zu einer pflanzlichen Ernährung

Die Bewohner der Blauen Zone verbrauchen weniger Fleisch und Milchprodukte als die durchschnittlichen Europäer oder Nordamerikaner.

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Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen, aber die Vermeidung von Lebensmitteln, die Entzündungen verursachen, ist ein wahrscheinlicher Grund. Die Ernährung von Menschen in den Blauen Zonen ist reich an:

  • Gemüse
  • Hülsenfrüchten
  • Vollkorn
  • Obst
  • Nüssen (Menschen, die in Loma Linda leben, konsumieren fünf Mal pro Woche Nüsse)
  • Guten Fetten

Die Bewohner von Loma Linda sind fast ausschließlich Vegetarier. Fleisch wird im Allgemeinen eher als Beilage betrachtet und in kleinen Portionen verzehrt.

Lektion #5: Genießt Alkohol mit Bedacht

Ein Mensch aus einer Blue Zone wird niemals Alkopop in der örtlichen Bar exen. Er wird stattdessen einen leckeren Rotwein genießen, der reich an Antioxidantien ist. Dies hilft ihm nicht nur dabei, insgesamt weniger Alkohol zu trinken, sondern auch noch ein paar gesundheitliche Vorteile aus dem Genuss seines Getränkes zu ziehen. Der Drink der Wahl in Ikaria, Griechenland, ist zum Beispiel starker Rotwein – und jeder dritte Einwohner dort wird mindestens 90 Jahre alt.

Lektion #6: Macht euch keinen Stress

Die Bewohner der Nicoya-Halbinsel in Costa Rica leben nach dem „Plan de Vida“ bzw. dem „Grund zu leben“. Sie haben einen starken Sinn für übergeordnete Absichten, aber machen sich keine übermäßigen Sorgen wegen den kleinen Dingen. Kein Wunder, dass sie in puncto Langlebigkeit weit vor Europa und den USA liegen.

Die Cortisolausschüttung zu begrenzen ist der Kern dieser Lektion. Cortisol wird produziert, wenn wir gestresst sind – unabhängig vom kausalen Faktor – und muss eingeschränkt werden, wenn Ihr euch ein langes, fittes und gesundes Lebens wünscht.

In unserer Welt, die auf Produktivität, kurzfristige Belohnungen und der Erreichung von ambitionierten Zielen ausgerichtet ist, kann es extrem schwierig sein, Stress zu vermeiden und die Cortisolausschüttung zu minimieren, aber wenn Ihr bwusst lernt, ab und zu einfach mal abzuschalten und euch auszuruhen, so wird dies sehr wahrscheinlich bereits eure Lebensjahre verlängern.