Ernährung: Wie Ihr auch die letzten Wochen eurer Diät übersteht

Die letzten Wochen einer strengen Diät sind meistens extrem schwer. Dann heißt entweder durchhalten, oder einbrechen. Mit den folgenden Tipps könnt Ihr jedoch auch das Ende eurer Diätphase leicht überstehen und unerwünschte Heißhungerattacken vermeiden. Oft sieht man auf diversen Social Media Kanälen Bilder und Videos von Menschen, die immer und immer wieder das selbe Essen für jeden Tag vorbereiten. Verblüffend, oder? Warum sollte jemand jeden Tag ein und das selbe Gericht essen? Ist das etwa ein Trick mit dem man noch effizienter abnehmen und Fett abbauen kann?

Die Wahrheit ist: Teilweise. Denn es gibt eine enge Verbindung zwischen den Lebensmitteln die Ihr zu euch nehmt und eurer Figur – und diese geht weit über simple Kalorien hinaus. Der Geschmack eines Lebensmittels hat einen massiven Einfluss darauf ob wie davon mehr essen als wir eigentlich sollten. Wenn wir uns als selbst ständig leckerem Essen aussetzen, dann führt das schnell dazu, dass wir über die Stränge schlagen: Man probiert einen der neuen Kekse und zack, ehe man sich versieht ist auch schon die ganze Tüte leer. Wenn man sich hingegen auf ein paar ausgewählte Lebensmittel limitiert, kann dies ein großer Vorteil sein – besonders in den letzten Wochen einer strengen Diät, wenn Heißhungerattacken an der Tagesordnung sind.

Um eure Diät noch effektiver zu gestalten und sicherzustellen, dass Ihr am Ende der Diät nicht einbrecht, such euch ein paar gesunde und kalorienarme Lebensmittel aus und nutzt ausschließlich diese in eurer täglichen Ernährung.

Lebensmittel-Genussfaktor

Der Genuss eines Lebensmittels hängt unmittelbar mit seinem Geschmack zusammen. Je besser etwas schmeckt, desto mehr sehnen wir uns auch danach es zu essen. Wenn Ihr plötzlich Hunger auf ein leckeres Stück eures Lieblingskäsekuchens bekommt, dann ist es auch kein Problem quer durch die halbe Stadt zu fahren um es zu kaufen. Dieses Lebensmittel hat also einen extrem hohen Genussfaktor für euch.

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Wenn wir Lust auf bestimmte Lebensmittel haben, dann sind wir damit keinesfalls allein. Es ist zum Beispiel bekannt, dass selbst Ratten Elektroschocks und extreme Kälte auf sich nehmen um an die Nahrungsmittel zu kommen, die ihnen am besten schmecken.Und das gilt selbst dann, wenn Sie zuvor bereits gegessen haben oder andere Nahrungsmittel mit einem geringeren Genussfaktor vor ihnen stehen.

Nun ja, Ratten, mögen jetzt zwar auch nicht das beste Beispiel sein, aber immerhin …

Der Dessert-Effekt

Zurück zum Käsekuchen. Selbst wenn Ihr durch die ganze Stadt fahrt, werdet Ihr euch aber natürlich nur ein Stück gönnen, richtig? Ihr werdet es wahrscheinlich schon das ein oder andere mal bemerkt haben, dass Ihr, selbst nach einem riesigen Dinner, Ihr immer noch „Platz“ für einen Nachtisch habt. Dieses Phänomen nennt man den Dessert-Effekt. Er beschreibt unsere Fähigkeit, das Sättigungsgefühl zu ignorieren wenn wir Nahrungsmitteln mit extrem hohen Genussfaktor ausgesetzt sind.

Je besser euch das jeweilige Lebensmittel schmeckt, desto mehr genießt Ihr auch es zu essen und desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihr es überhaupt esst (und viel davon), egal wie viel Nahrung Ihr zuvor schon zu euch genommen habt.

Deshalb solltet Ihr gerade in den letzten Wochen eurer Diät einen riesigen Bogen um Lebensmittel mit hohem Genussfaktor machen.

Leckeres Essen ist eine Droge

Alles hängt mit unserem Gehirn zusammen. Dopamin ist ein Stoff der vom Gehirn ausgeschüttet wird und der als „Belohnungshormon“ bekannt ist. Durch Dopamin fühlen wir uns gut, glücklich und heiter. Doch jetzt ratet mal wodurch die Ausschüttung von Dopamin angeregt wird?! Richtig, von Lebensmitteln mit hohem Genussfaktor. Einige Lebensmittel können dabei sogar dafür sorgen, dass mehr Dopamin vom Gehirn ausgegeben wird als durch die Einnahme von Drogen.

Wenn Ihr eure liebsten Nahrungsmittel zu euch nehmt, wird das Gehirn nahezu mit Dopamin überschwemmt und Ihr fühlt euch euphorisch und gut. Kein Wunder, dass Ihr dann natürlich mehr von diesem Lebensmittel haben möchtet, dass euch so glücklich gemacht hat. So verliert dann auch leicht mal die Kontrolle über sich und sein Essverhalten und sieht dann am Ende nur noch die leere Kekstüte vor sich – obwohl man sich ja eigentlich geschworen hat, nur ein oder zwei Kekse zu essen.

Neutrale Lebensmittel führen zum Erfolg

Wenn Ihr Nahrungsmittel mit hohem Genussfaktor während der Diät von eurer Speiseliste streicht, dann kommt es auch seltener zu Heißhungerattacken und dem Verlangen zu „sündigen“. Eine kürzlich durchgeführte Studie zum Beispiel hat bewiesen, dass Menschen, die eine Vorspeise mit hohem Genussfaktor gegessen haben, insgesamt wesentlich mehr essen als diejenigen, die eine relativ geschmacksarme Vorspeise hatten. Zudem hat sich erstere Gruppe nach zwei Stunden trotzdem hungriger gefühlt.

Die Portionsgröße hängt stark mit dem Genussfaktor eines Lebensmittels zusammen – je besser uns das Essen schmeckt, desto mehr können und wollen wir davon auch essen. Im Durchschnitt fallen die Portionen bei Gerichten oder Lebensmitteln mit hohem Genussfaktor knapp 44 % größer aus als bei geschmacksneutralerem Essen.

Wenn Ihr also Abnehmen und Fett abbauen möchtet, dann solltet Ihr auf eure Lieblingsgerichte und bevorzugten Zutaten verzichten.

Zeit zu handeln

Strenge Diäten sind nicht leicht und sollten auch auf keinen Fall dauerhaft durchgeführt werden. Je länger Ihr versucht die Diät zu machen, desto schwieriger wird sie auch, Setzt euch feste Ziele und einen definierten Zeitrahmen für eure Diät und vertraut im Anschluss wieder auf gesunde, ausgewogene Ernährung. Aber auch bei einem festgesteckten Zeitrahmen werden die Heißhungerattacken gegen Ende der Diät natürlich immer stärker und stärker, sodass die Gefahr groß wird, dass man schlußendlich doch noch einbricht.

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Um auch die letzten Wochen schadlos zu überstehen, kann es eine große Hilfe sein, auf Lebensmitteln mit hohem Genussfaktor zu verzichten.

Die folgenden Tipps sollten euch helfen, eure Diät bis zum Ende durchziehen zu können:

  1. Wählt geschmacksarme Lebensmittel: Rohes Gemüse, Haferflocken, Eiweiß und Magerquark bzw. fettarmer Joghurt bieten viele gesundheitliche Vorteile, auch wenn sie vielleicht kein ultimatives Geschmackserlebnis bieten.
  2. Eintöniges Essen: Die Dinge, die man oft isst, von denen isst man automatisch auch weniger. Überlegt euch also ein festes Standardmahl (z.B. Hänchen, Brokkoli und brauner Reis) und esst dieses Gericht regelmäßig und dauerhaft in den letzten Wochen eurer Diät.
  3. Weniger Gewürze: Außer Salz solltet Ihr kaum Gewürze (auch wenn Gewürze gesund sind) verwenden. Bringt eure Geschmacksnerven gar nicht erst mit aufregenden Gewürzkombinationen in Versuchung. Einfach und langweilig sollte es schmecken. 😉
  4. Esst zu Hause: Restaurantköche verbringen zahllose Stunden damit, den Geschmack eines Gerichts zu optimieren. Dabei wollen wir doch in den letzten Wochen der Diät alles andere als außergewöhnlich guten Geschmack. Also, bleibt zu Hause und widmet euch eurem gewählten Standardmahl. Eure Bauchmuskeln und die Geldbörse werden es euch danken.

Indem Ihr auf Lebensmittel verzichtet, die Ihr wirklich gerne mögt, erhöht Ihr die Chance das Ende eurer Diät unbeschadet zu überstehen um ein Vielfaches. Klar, vielleicht wird es langweilig oder Ihr fühlt euch ab und zu hungrig, aber schließlich macht Ihr ja auch eine Diät und habt ein festes Ziel vor Augen, für das sich der Verzicht lohnt!

Ein Kommentar zu „Ernährung: Wie Ihr auch die letzten Wochen eurer Diät übersteht

  1. Sehr guter Beitrag…. Indem Ihr auf Lebensmittel verzichtet, die Ihr wirklich mögt… oha dass kann ganz schön hart werden. Man muss einfach seinen inneren Schweinehund überwinden:D

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