Supplements: Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder reine Geldverschendung?

Gab es sie vor einigen Jahren nur bei ausgewählten Online-Shops und in großen Fitnessstudios, so findet man sie mittlerweile auch in Apotheken und jedem Supermarkt. Die Rede ist natürlich von Nahrungsergänzungsmitteln! Es gibt sie zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit, für besseren Muskelaufbau, zum Abnehmen und zur Stärkung der Gesundheit. Doch braucht unser Körper überhaupt Ergänzungsmittel?Das Thema Nahrungsergänzungsmittel wird heutzutage sehr kontrovers diskutiert. Handelt es sich dabei nur um eine Produktgruppe, die clever vermarktet wird und der Industrie Milliardengewinne verspricht, oder kann unser Körper wirklich von der Einnahme diverser Pillen und Pülverchen profitieren?

Kritiker würden an dieser Stelle behaupten, Supplemente und Ergänzungsmittel stellen ohnehin keinen Ersatz für eine ausgewogene Ernährung dar, halten eh niemals was sie versprechen und sind schlussendlich einfach nur reine Geldverschwendung. Und generell stimmt dies sogar alles. Jedoch muss man an dieser Stelle differenzieren, denn in bestimmten Situationen machen Nahrungsergänzungsmittel durchaus Sinn und können euch dabei helfen, eure körperlichen Ziele leichter zu erreichen (naja zumindest einige von ihnen 😉 ).

Warum Nahrungsergänzungsmittel überhaupt gekauft werden

Doch immer der Reihe nach. Die erste Frage, die man sich in Bezug auf Supplemente stellen muss, lautet: Warum nehmen trotz all der Kritik überhaupt Leute Nahrungsergänzungsmittel zu sich?

Nun ich denke der Grund dafür ist, dass man, selbst wenn man alle oben genannten kritischen Punkte kennt und an sie glaubt, mit gutem Gewissen seine Kreditkarte zücken und den Einkaufskorb mit Nahrungsergänzungsmitteln füllen kann. Denn selbst wenn die meisten davon überflüssig sind, so heißt dies nicht gleichzeitig, dass es nicht einige wenige gibt, von dessen Einnahme euer Körper wirklich profitiert. Das Problem ist einfach, dass die meisten Hersteller es mit den Vorteilen ihrer Supplemente maßlos übertreiben. Sie müssen ja nicht gleich ein kleines Wunder vollbringen, um den Körper und die Gesundheit zu unterstützen. Doch wenn dann mit markanten Abnehmslogans und haltlosen Versprechungen geworben wird, werden natürlich viele Menschen misstrauisch.

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Die Fülle an verfügbaren Ergänzungsmitteln ist heutzutage extrem groß!

Zudem leben wir heutzutage in einer Umgebung, die sich grundlegend von der Vergangenheit unterscheidet. Daher ist es durchaus eine begründete Annahme, dass einige Abweichungen von einem komplett „natürlichen Zustand“ für eine optimale Gesundheit sogar benötigt werden. Die Zusammensetzung unserer Ernährung unterscheidet sich grundlegend von unseren Vorfahren, sodass Ergänzungsmittel zur Verbesserung der Nährstoffdichte sinnvoll erscheinen, um Krankheiten zu verhindern und die Lebenserwartung zu verbessern.

Der Kritikpunkt, dass man alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien aus einem Supplement auch durch die tägliche Ernährung bekommen kann, ist technisch zwar korrekt, aber in der Regel auch eine unlogische Schlussfolgerung für die meisten Menschen, die über den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln nachdenken. Natürlich kann man sich die Mühe machen, seinen Körper selbst mit allen notwendigen Stoffen zu versorgen, die man sonst aus einem Supplement bezieht, doch die meisten von uns tun dies nicht … und zwar meist schlicht und einfach aus Bequemlichkeit.

Wie sich unsere Ernährung verändert hat

Wenn man sich über den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln streiten möchte, muss man sich vor allem vor Augen führen, wie sich unsere Ernährung allgemein mit der Zeit verändert hat.

Generell wurden Lebensmittel in der Landwirtschaft im Laufe der Jahrtausende nicht nach Nährstoffdichte ausgewählt, sondern nach Ernteertrag und Geschmack. Tatsächlich stehen Geschmack und Nährstoffe oft in einem engen Spannungsverhältnis. Der Großteil der Phytonährstoffe zum Beispiel, die für die menschliche Gesundheit unabdingbar sind, schmecken bitter und ekelig. Kein Wunder also, dass die Bauern bei ihren Ernten gut darauf verzichten konnten.

Ein gutes Beispiel sind die Pima Indianer aus Arizona. Bevor Sie in Reservate gesteckt und zur amerikanischen Standardernährung gezwungen wurden, waren sie ein Vorbild für gute Gesundheit. Sie aßen hauptsächlich wilden Mais, Kartoffeln, Eicheln sowie Bohnen, die gelegentlich mit Fischen, Kakteen und Samen ergänzt wurden. Wie man heutzutage weiß, ist der Unterschied zwischen den Kohlenhydraten, die von den Indianer gegessen wurden, zu denen, die wir in der Regel zu uns nehmen, dramatisch groß! Pima-Kohlenhydrate produzieren eine Insulinreaktion, die nur einem Bruchteil dessen gleichkommt, was bei uns durch kommerzielles Getreide produziert wird.

Wilder Mais ist vollkommen anders als kultivierter Mais. Es gibt ihn in vielen Farben, er ist viel weniger süß und hat einen Vitamin- und Mineralgehalt, der um ein Vielfaches höher ist als das, was wir im Supermarkt bekommen. Die Pflanze, die zu Mais gezüchtet wurde, heißt Teosinte, und sieht mehr wie ein Kaktus aus als der weiße Mais, den wir heute essen. Und das gilt nicht nur für Mais, sondern für die meisten „natürlichen“ Lebensmittel, die wir zu uns nehmen. Aber das will ich an dieser Stelle gar nicht groß kritisieren, schließlich gibt es über 8 Milliarden Menschen auf der Erde und wir schaffen es ja jetzt schon nicht, diese alle satt zu bekommen.

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Unsere Lebensmittel aus dem Supermarkt haben nichts mehr zu tun mit den Lebensmitteln aus der Steinzeit oder dem Mittelalter

Es ist allerdings hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass die Lebensmittelindustrie unsere traditionelle Ernährung stark verändert hat. Und wenn Ihr tun möchtet, was für eure Gesundheit am besten ist, müsst Ihr wahrscheinlich ein wenig mehr darüber nachdenken, wie Ihr über die Standardnahrung, die auf euren Teller gelegt wird, hinausgehen könnt. Für viele heißt die Lösung: Nahrungsergänzungsmittel.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind

Wie Ihr seht, bin ich weder Kritiker, noch Verfechter von Ergänzungsmitteln. Einerseits würde ich niemals blind auf sie vertrauen und mich vor dem Kauf immer mit den Inhaltsstoffen sowie der versprochenen Wirkung auseinandersetzen. Andererseits denke ich allerdings auch, dass Supplemente in bestimmten Situationen durchaus hilfreich sein können, nämlich wenn sie wirklich dazu genutzt werden, die tägliche Ernährung zu ERGÄNZEN.

Nicht umsonst zählen Proteinpulver, BCAA, Omega 3, Kreatin, Fatburner und bestimmte Vitaminpräparate zu den absoluten Top-Sellern auf dem Markt. Richtig eingesetzt können diese Produkte euren Körper auf die ein oder andere Weise unterstützen und helfen, eure Ziele leichter zu erreichen. Ihr solltet euch nur immer im Klaren darüber sein, dass kein Ergänzungsmittel dieser Welt Wunder vollbringen kann! Zudem gibt es für jedes Supplement ein natürliches Gegenstück, das wesentlich effektiver wirkt als ein Nahrungsergänzungsmittel, wenn Ihr es in der gleichen Dosierung zu euch nehmt (was die typischen Anforderungen des modernen Lebens oft einfach nicht zulassen).

 

 

 

4 Kommentare zu „Supplements: Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder reine Geldverschendung?

  1. Mit gesunder Ernährung kann man komplett auf all die Nahrungsergänzungsmittel verzichten, aber leider ernähren sich nur die wenigsten gesund. Die heutige Zeit ist geprägt von Fast Food, schnell satt machend und billig. Das Arbeitsleben lässt wenig Zeit, um gesunde Gerichte zu kochen und so nimmt die Zahl der Menschen mit Übergewicht immer mehr zu. Und daher hat die Supplements-Industrie den Markt entdeckt.

    Ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank.

    LG Janett

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