Bodybuilding: Nerd Fitness – Wie Ihr durch Krafttraining besser beim Zocken werdet

Die meisten Leute sagen, man soll Sport und Krafttraining machen um gesünder zu leben und besser auszusehen. Aber habt Ihr schon einmal gehört, dass sich euer Training auch für eure Leistung beim Videospielen auszahlen kann? In diesem Artikel erkläre ich den Zockern und Zockerinnen unter euch, wie euer Avatar durch den Sport im echten Leben profitiert!
Das vorherrschende Klischee besagt, dass Videospiele und Fitness zwei grundsätzliche Gegensätze sind, die in keinster Weise zueinander passen. Sicher, mehr als die Hälfte aller Deutschen spielen regelmäßig am Computer oder einer Spielekonsole, aber dennoch haben wir beim Thema Videospiele alle sofort dieses typische Bild eines Zockers vor Augen, der fortwährend auf dem Sofa sitzt, Cola trinkt, Chips isst und dabei einen „Kill“ nach dem nächsten jagt, während seine Gesundheit von Tag zu Tag ein wenig mehr leidet.

Nun, es ist an der Zeit, dass wir diesem Klischee einen neuen Anstrich verleihen. Schließlich gibt es auch zahlreiche athletische Videospieler (z.B. Jackson „Bajheera“ Bliton), die uns zeigen, dass im Leben ausreichend Platz sowohl für ernsthafte Workouts als auch für ausschweifende Computerspiele ist. Viele Gamer haben inzwischen erkannt, dass Fitness nicht nur etwas ist, mit dem sie sich einen Ausgleich von der Zeit vor dem Bildschirm verschaffen können – Fitness ist nämlich etwas, mit dem sie sogar besser beim Zocken werden.

Vorteil 1: Mehr und länger anhaltende Energie

Leidenschaftliche Spieler wissen, dass es überraschend viel Energie braucht, um stundenlang vor einem Bildschirm zu sitzen und zu zocken. Jede Sekunde muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, wohin man gehen soll, welche Waffe man gerade verwendet und welche Strategie aktuell am besten ist. Dies kann schon nach kurzer eine große Belastung für das Gehirn darstellen.

News-Flash: Wenn euer Körper vollkommen außer Form ist, könnt Ihr eure Energiesysteme nicht optimal nutzen – sowohl mental als auch physisch. Wenn Ihr regelmäßig auf unterschiedliche Weise trainiert (aerob = Cardio etc. und anaerob = Gewichtheben etc.), versetzt Ihr euren Körper in die Lage, seine Ressourcen effizienter und effektiver zu nutzen. Dadurch bleibt Ihr beim Zocken auch noch bis spät in die Nacht fit und energetisch.

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Vorteil 2: Mentale Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Mehr nur als eine Veränderung eures Lebensstils hilft euch regelmäßiges Training dabei, eure allgemeine physische Gesundheit zu verbessern. Der Sport unterstützt  nämlich die Fähigkeit eures Organismus, Neurotransmitter wie Serotonin oder Dopamin zu produzieren und zu regulieren. Dies wiederum kann sich nicht nur im Bezug auf eure Stimmung auszahlen, sondern auch in Bezug auf das, was Gamer ein Gamer vielleicht als leistungsorientierte, mentale Gesundheit bezeichnen würde – Dinge wie bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen. Manchmal hängt der Erfolg in einem Spiel von einigen Millisekunden ab. Man muss also schneller sein als der Gegner. Ein Training reicht dafür natürlich nicht aus, aber Wochen und Monate konsequenter Workouts tun dies sehr wohl!

Vorteil 3: Besserer Schlaf

Ein Nachteil dabei, in eurem Lieblingsspiel richtig gut zu werden, ist, dass dies sehr viel Zeit vor dem Bildschirm voraussetzt. Und mit jeder Stunde, die Ihr dort verbringt, bedeutet das für eure Augen mehr so genanntes „blaues Licht“. Blaues Licht, das besonders von Bildschirmen mit Hintergrundbeleuchtung ausgeht, überträgt die meiste Energie aller Lichtarten im sichtbaren Spektrum und hat somit auch am meisten Potenzial, körperlichen Schaden zu verursachen. Zu viel Blaulicht, besonders nachts, kann zu Kopfschmerzen und Augenermüdung führen. Aber noch häufiger sorgt es jedoch für Schlafstörungen.

Aber wer braucht schon Schlaf, richtig?! Na Ihr! Wenn Schlafmenge und -qualität nachlassen, sinken auch eure Stimmung und Konzentrationsfähigkeit sowie euer Fokus und so ziemlich jede andere Fähigkeit, die euch bei eurem Lieblingsspiel gut macht. Wie können wir dies vermeiden und gleichzeitig möglichst wenig Spielzeit einsparen? Ihr habt es erraten: Übung. Viele Studien (und weitaus mehr Anekdoten) belegen, dass Bewegung die Einschlafzeit und die allgemeine Schlafqualität verbessern kann. Mit besserem, längerem Schlaf kommt es nicht nur zu einer besseren Regeneration der Muskeln, sondern auch der Augen.

Hier gibt es keinen Nachteil. Und wenn Ihr jemand seid, dessen nächtlicher Lebensstil euer Schlafgewohnheiten komplett durcheinander gebracht hat, dann ist regelmäßiges Training möglicherweise die beste und einfachste Möglichkeit, sie wieder in geordnete Bahnen zu lenken!

Vorteil 4: Mehr Stressresistenz

Wir alle kennen das. Die letzte Runde steht an und nur noch ein gegnerisches Teammitglied ist verblieben. Ein Moment entscheidet über Sieg oder Niederlage. Und plötzlich merkt Ihr, wie eure Hände schweißnass sind und euer Herz wie verrückt rast. Das ist der Grund, warum Ihr zockt. Es macht einfach Spaß … aber es kann auch ganz schön stressig sein.

Wenn der Adrenalinspiegel steigt, kann er schnell die Kontrolle übernehmen – mit verheerenden Konsequenzen für euren Avatar oder euer Team. Aber wisst Ihr was? Sport und Krafttraining können euch dabei helfen, Stressreaktionen auszugleichen. Dieses Phänomen ist bekannt als „Cross-Stressor Adaptationshypothese“, was einfach ausgedrückt bedeutet, dass die körperliche Belastung durch das Training eurem Körper dabei hilft, mit dem mentalen Stress, der mit anderen Aktivitäten verbunden ist, fertig zu werden.

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Wenn Ihr jemand seid, der körperliches Training als Qual betrachtet, ist dies besonders wichtig für euch! Euch mit der Zeit kleinen, kontrollierten Mengen des „Giftes“ auszusetzen kann euch auf Dauer nämlich extrem helfen. Es bedeutet nämlich, dass Ihr zukünftig in den entscheidenden Runden mental viel besser darauf vorbereitet seid, euren Gegner in Grund und Boden zu spielen – und den Sieg mit nach Hause zu nehmen!

Es muss kein Hardcore-Trainingsprogramm sein

Das beste beim Fitness? Ihr braucht keinen „Alles oder nichts“ Ansatz. Klar, die Instagram und Youtube Fitnesskultur lassen es oft so aussehen, als sei der 24/7-Sport-am-Tag-Weg das einzige was zählt. Aber das ist definitiv nicht wahr!

Ihr wisst nicht wo Ihr anfangen sollt? Fangt mit leichtem Krafttrainnig dreimal pro Woche an und komplementiert das Ganze mit einigen kurzen Cardioeinheiten – am besten an verschiedenen Tagen. Es muss zu Anfang nicht gleich ein systematisches Trainingsprogramm oder ein dedizierter Trainingsplan für Anfänger sein, wichtig ist, dass Ihr einfach anfangt zu trainieren! Ihr werdet vielleicht zu Anfang nicht besonders gut sein, doch je mehr und mehr Ihr euch mit dem Sport beschäftigt, desto besser und stärker werdet Ihr – mental, körperlich und ja, auch im Hinblick auf eure Gaming-Fähigkeiten.

Auch Bodybuilding ist ein Spiel. Es geht darum, über einen langen Zeitraum Disziplin, Hingabe und Einsatz zu beweisen. Es geht darum zu verstehen, dass Fortschritte im Leben immer Mühe bedeuten. Findet also heraus, was es benötigt damit Ihr das nächste Level erreicht und fangt an daran zu arbeiten! Es ist nicht abzusehen, wohin euch eure Reise dabei führt und wann oder ob sich die Arbeit auch wirklich auszahlt, aber so ist nun mal das Spiel – sowohl im Leben als auch auf dem virtuellen Schlachtfeld! 🙂

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