Ernährung: Die Vor- und Nachteile einer Bodybuilding-Diät


Bodybuilder sind bekannt für ihren strengen Ernährungsansatz, der weit über einen einfachen Diätplan hinaus geht. Ambitionierte Athleten verfolgen und messen Ihre Ernährung akribisch – angefangen von den verzehrten Lebensmitteln über die konsumierten Kalorien bis hin zu den Makronährstoffen, Portionsgrößen und Mahlzeitfrequenzen. Doch kann die typische Ernährung eines Bodybuilders auch euch dabei helfen, eure sportlichen Ziele schneller zu erreichen?

Eine Bodybuilding-Diät konzentriert sich auf vollwertige Ernährung und umfasst den gesamten Prozess der Lebensmittelzubereitung sowie das konstante Tracking von Kalorien und Makronährstoffen. Obwohl sich die einzelnen dieser Diät natürlich in ihren Details unterscheiden, folgen die Ernährungspläne der meisten Elite-Wettbewerber in der Regel einem gewissen Grundmuster.

Die Frage, die sich viele Sportler stellen, ist, ob sie selbst ebenfalls dieser Art der Ernährung für sich ausprobieren sollten, um damit ihre sportlichen oder körperlichen Ziele zu unterstützen. Um dies zu beantworten, habe ich euch in diesem Artikel die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser Ernährungsform zusammengestellt.

Die Bodybuilding-Diät: Vorteile

#1 Reglementierter, zielführender Ansatz

Bodybuilder glauben, dass es unabdinglich ist, die tägliche Ernährung stark zu reglementieren und dediziert zu planen, um bestmögliche Resultate zu erzielen. Professionelle Sportler wie Fußballer, Schwimmer oder Tennisspieler verdienen durch den Sport ihren täglichen Lebensunterhalt und legen deshalb verständlicherweise sehr viel Wert auf effektive Ernährungs- und Trainingspläne. Bodybuilder unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von anderen Athleten und nutzen demnach strenge Ernährungsrichtlinien um an Wettkampftagen optimal auszusehen und bestmögliche Leistungen zu erzielen. Mit der notwendigen Disziplin könnt auch Ihr euch dieses Konzept zu Nutze machen und eure Ziele auf äußerst effiziente Art und Weise unterstützen.

#2 Volle Kontrolle

Es ist einfach, eure Makronährstoffziele zu erreichen, wenn Ihr euch bewusst ernährt und jede Mahlzeit passen plant und portioniert. Ihr habt die volle Kontrolle die Aufnahme von Proteinen, Kohlenhydraten sowie Fetten, da Ihr alle Mahlzeiten selbst zubereitet. Es gibt keine „versteckten“ Kalorien, Fette oder Zuckerzusätze, sodass Ihr euch sicher sein könnt, dass jeder Bissen euren sportlichen Erfolg fördert.

#3 Regelmäßige Mahlzeiten

Ein weiterer entscheidender Aspekt der traditionellen Bodybuilding-Diät ist die Häufigkeit von Mahlzeiten. Bodybuilder essen normalerweise alle 3-4 Stunden – und im Allgemeinen ist dies ein sehr guter Richtwert wenn es darum geht, die Ernährung zu nutzen um eure sportlichen Ziele zu erreichen. Warum? Nun, zum Beispiel wird Protein nicht so lange im Körper gespeichert wie Kohlenhydrate und Fette. Die Muskelproteinsynthese muss alle 4 bis 4,5 Stunden zurückgesetzt werden, sodass häufige Mahlzeiten den Prozess dauerhaft am Laufen halten.

Die Bodybuilding-Diät: Nachteile

#1 Soziale Einschränkungen

Körperliche Gesundheit ist nur ein Aspekt eures allgemeinen Wohlbefindens – das sollte man bei allem sportlichen Ehrgeiz niemals vergessen. Daher ist es wichtig, dass Ihr auch auf andere Lebensaspekte wie soziale Kontakte etc. achtet. Dies ist aber bei einer typischen Bodybuilder-Diät gar nicht so einfach, besonders zu Anfang. Schließlich müsst Ihr eure Kalorien und Makros jeden Tag rigoros im Auge zu behalten. Wenn Ihr ein Restaurant mit einer Waage in der Hand besucht, solltet Ihr euch schon mal darauf vorbereiten in Zukunft alleine zu essen! Besonders in der ersten zwei Wochen solltet Ihr eure Mahlzeiten daher bis in kleinste Detail planen und überwachen, da dies ungefähr die Zeit ist, die Ihr benötigt, um eine Art Ernährungsroutine zu entwickeln. Anschließend solltet Ihr in der Lage sein, Proteinquellen, Portionsgrößen und den Zeitpunkt für eine Mahlzeit selbst zu bestimmen, ohne euch auf einen Tracker beziehen zu müssen.

#2 Keine Flexibilität

Eine Diät funktioniert nur, wenn Ihr sie auch befolgt. Wenn Ihr euch also an eine Diät haltet und deren Prinzipien bis ins kleinste Detail befolgt, werdet Ihr wahrscheinlich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Dies wird jedoch angesichts übermäßig aggressiver, utopischer Diäten oft kompliziert. Eine Bodybuilding-Diät wird von Kritikern oft abfällig als „Hühnchen-, Brokkoli- und brauner Reis-Ansatz“ bezeichnet. Sie ist langweilig und eintönig, und das „Nicht-Genießen“ des Essens ist ein Hauptgrund, warum so viele Menschen vom Diätwagen fallen. Fazit: Eine eintönige, langweilige Ernährung führt oft zu schlechteren Ergebnissen.

#3 Geringe Naährstoffvielfalt

Oberflächlich gesehen scheint eine saubere Bodybuilding-Diät alle Mikronährstoffe zu enthalten, die euer Körper benötigt – aber während ein Teller mit Hühnchen, braunem Reis und Brokkoli als einzelne Mahlzeit in Ordnung ist, fehlen euch, sollte Ihr keine weiteren Variationen in eurem Ernährungsplan haben, wichtige Nährstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Die Lösung besteht darin, eure Proteinquellen regelmäßig zu wechseln. Zum Beispiel ist Geflügel die Proteinquelle mit dem höchsten Leucingehelt und Quinoa als Kohlenhydratquelle das einzige pflanzliche Lebensmittel, das ein vollständiges Profil essentieller Aminosäuren aufweist. Brokkoli ist ein fantastisches Gemüse, aber Spinat bietet euch zusätzlich dringend benötigtes Eisen, Folsäure und Niacin für eine verbesserte Energieerzeugung.

Ist eine Bodybuilding-Diät das Richtige für euch?

Ob Ihr einen Ernährungsplan im Bodybuilding-Stil einführen solltet, hängt ganz von eurer individuellen Situation ab. Wenn Ihr ein wettbewerbsorientierter Bodybuilder seid, ist die Notwendigkeit, Lebensmittel zu messen und zu wiegen, viel größer als wenn Ihr nur gelegentlich mal ein wenig Sport treibt. Wenn Ihr nicht bald auf der Bühne steht, reicht ein klassischer Diätplan für euch vollkommen aus. Es ist unwahrscheinlich, dass das Zählen jeder Kalorie in dieser Hinsicht für euch funktioniert. Ihr solltet euch daher stattdessen auf nährstoffreiche Vollwertkost konzentrieren und von der Vielfalt profitieren, um die Ernährung interessant zu halten und eurer Gesundheit langfristig etwas Gutes zu tun. Die Verwendung von Gewürzen, hausgemachten Saucen und wechselnden Proteinquellen ist eine hervorragende Methode, um eure Mahlzeiten dauerhaft schmackhaft und interessant zu halten.