Supplements: Proteinpulver – welche Arten gibt es und wofür nutzt man sie?


Heute ist die Vielzahl an verschiedenen Proteinpulver Sorten gerade für Laien kaum noch zu überblicken. Hersteller bieten mittlerweile die verschiedensten Varianten von Proteinpulvern an, um sicherzustellen, dass für jeden etwas dabei ist. Auch Veganer oder Vegetarier sollen dabei ganz auf ihre Kosten kommen, denn der Aspekt der Nachhaltigkeit gewinnt auch in diesem Sport immer mehr an Bedeutung. Damit Ihr den Überblick behaltet, gibt es hier nun eine kurze Übersicht über die wichtigsten Proteinpulver Arten und deren Verwendung.

Whey Proteinpulver

Das Whey Proteinpulver ist vor allem in „Pumper“ Kreisen das bekannteste Produkt. Bei Whey Protein handelt es sich um ein tierisches Produkt. Es entsteht aus Molke, ein Nebenprodukt, was bei der Käseherstellung entsteht. Das Protein enthält alle essenziellen Aminosäuren (Leucin, Lysin, Isoleucin usw.) und eignet sich somit perfekt, um Muskeln aufzubauen.

Der größte Vorteil ergibt sich aus seiner schnellen Verfügbarkeit, da der menschliche Körper dieses Protein sofort aufnehmen kann. Deshalb sollte dieses Nahrungsergänzungsmittel gleich nach dem Training eingenommen werden. Beim Whey gibt es nochmal drei verschiedene Qualitätsstufen: das einfache Whey Protein Konzentrat (relativ günstig, aber „nur“ ca. 70-80% Eiweißanteil), Whey Protein Isolat (höherer Eiweißanteil bis zu 90%, weniger Zucker und Fett, dafür etwas teurer), und Whey Protin Hydrolysat (höchster Eiweißanteil bis zu 95%, kaum Fett oder Zucker, schnellste Aufnahme der Aminosäuren, dafür am teuersten).

Casein Protein

Casein beschreibt den Namen für den Proteinanteil der Milch, der nicht in die Molke gelangt. Daher wird es häufig auch als Milchprotein bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus mehreren Proteinen. Dieses Milchprotein wird vom Körper bei weitem nicht so schnell aufgenommen wie das Molkenprotein. Dennoch sprechen einige Punkte für den Kauf dieses Nahrungsergänzungsmittels. Die Einnahme des Proteins versorgt den Sportler bis zu sieben Stunden mit Aminosäuren. Dadurch sinkt die Proteinabbaurate deutlich ab. Somit eignet es sich auch für Menschen, die keine geregelten Essenszeiten haben, aber dennoch mit Aminosäuren für maximalen Muskelaufbau versorgt werden wollen. Die biologische Wertigkeit (beschreibt, wie effizient dein Körper das Protein in Körpereigenes Protein umwandeln kann) von Casein liegt bei 77 und ist daher etwas „schlechter“ als Whey Protein. Jedoch ist es die beste Abendmahlzeit, da man die ganze Nacht mit Protein vorsorgt ist.

Mehrkomponenten Proteinpulver

Bei Mehrkomponenten Protein werden mehreren Proteinarten gemischt, um die besten Effekte aller Arten in einem Produkt zu kombinieren. In der klassischen Version werden Casein, Whey Protein und Eiklarprotein („Egg“-Protein) verwendet. Mittlerweile gibt es jedoch die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. Je nachdem, wie viele Komponenten im Pulver stecken, handelt es sich zum Beispiel bei drei Proteinsorten um ein 3k Proteinpulver, bei sechs um ein 6k Proteinpulver. Da die verschiedenen Proteine unterschiedlich schnell aufgenommen werden, sorgt Mehrkomponenten Protein dafür, dass der Körper immer mit ausreichend Protein versorgt wird. Somit handelt es sich um ein Allround-Produkt, das für die breite Masse geeignet ist. Häufig wird es zwischen den Mahlzeiten eingenommen oder ergänzt eiweißarme Speisen. Einen genauen Zeitpunkt, wann man am besten zu diesem Produkt greifen soll, gibt es nicht. Vor, während oder nach dem Training, zum Frühstück, Mittag oder Abend – Mehrkomponenten Protein kann als Allrounder nahezu immer genutzt werden. Durch den Mix an Inhalten ist Mehrkomponenten Protein für Spitzensportler, die gezielt bestimmte Inhaltsstoffe in großen Mengen brauchen, jedoch nicht unbedingt die beste Wahl.

Sojaprotein

Da es immer mehr Menschen gibt, die bewusst auf tierische Nahrungsmittel verzichten, haben die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln ihr Sortiment erweitert und pflanzliche Proteinprodukte hergestellt. Ein Beispiel dafür wäre das Sojaproteinpulver. Es besteht aus dem Sojaextrakt der Sojabohne und weist einen hohen Proteingehalt (bis zu 81 Gramm per 100 Gramm) auf. Das Sojaprotein gilt als bestes pflanzliches Protein, da man es als vollwertig bezeichnen kann. Die essenziellen Aminosäuren (rund 35-40 %) machen die Pflanze zu einer tollen alternativen Proteinquelle. Auch das Sojaprotein ist für den Körper schnell verwertbar und sollte daher direkt vor oder nach dem Training eingenommen werden.

Erbsenprotein

Auch Erbsenprotein hat seinen berechtigten Platz in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie. Es beinhaltet alle essenziellen Aminosäuren. Der Anteil an Valin, Leucin und Isoleucin, die man in dieser Kombination als BCAAs bezeichnet, ist außerordentlich hoch. Diese Aminokombination schützt die Muskulatur und sorgt dafür, dass man während großer Anstrengung unter Nährstoffmangel nicht so viel Muskulatur abbaut. Die Schwachstelle dieses Proteins ist der niedere Anteil an Methionin. Dieses muss zusätzlich durch andere Proteinquellen zugeführt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Reisprotein

Eine andere pflanzliche Alternative ist Reisprotein. Es steht in seiner Wertigkeit nicht so gut da wie andere Proteinsorten. Jedoch bietet das Reisprotein auch positive Aspekte. So schützt es zum Beispiel die Leber vor extremen Stress, da das Organ keine Schwierigkeiten hat, es zu verwerten. Es unterstützt die Leber bei der Bildung von gutem Cholesterin, was sich positiv auf den gesamten Gesundheitszustand auswirkt. Zudem enthält Reisprotein Vitamin C, Eisen, Ballaststoffe und Kalzium.

Neben Soja-, Erbsen- und Reisprotein gibt es auch noch weitere pflanzliche Proteine, die seit kurzem am Markt erhältlich sind (z.B. Hanfprotein). Es werden sicherlich auch noch weitere folgen, denn immer mehr Menschen versuchen, auch im Fitnessbereich nachhaltiger zu denken.

Zusammenfassung

Im Endeffekt gibt es nicht das eine perfekte Proteinpulver. Jeder Mensch ist anders und verfolgt andere Ziele im Fitnesssport. Deshalb ist es am besten, zu probieren, und für Euch selbst zu herauszufinden, was am besten funktioniert und womit Ihr glücklich seid. Auf jeden Fall hat jedes dieser Produkte eine Existenzberechtigung auf dem Markt. Wichtig ist, auf seinen Körper zu hören, Nahrungsergänzungsmittel in Maßen zu konsumieren und an erster Stelle die gesunde, ausgewogene Ernährung zu stellen.