Gesundheit: Wie Cholesterin eure Gesundheit beeinflusst (Teil 1)

Den Cholesterinspiegel unter Kontrolle zu halten ist gut für die allgemeine Gesundheit und unterstützt eure sportlichen Ziele. Dieser Artikel soll dazu dienen, euch mit den zahlreichen, oft verwirrenden, Aspekten des Cholesterin-Stoffwechsels vertraut zu machen und euch dabei zu helfen, den Cholesteringehalt in eurem Körper aktiv zu optimieren.

Oft herrscht eine große Verwirrung über die Frage, welche Rolle Cholesterin in der Gesundheit und sportlichen Leistungsfähigkeit spielt. In der Tat wird oft gesagt, dass Cholesterin extrem wichtig für die Gesundheit ist und man seinen Cholesterinspiegel niedrig halten sollte – kein Wunder also, dass schon fast eine Art Paranoia über Cholesterin herrscht und sich viele Menschen bereits davor fürchten, mehr als ein Ei beim Sonntagsfrühstück zu essen. Zwar kann Cholesterin in hohen Mengen schädlich für den Körper sein, es ist aber gleichzeitig auch unverzichtbar für viele essentielle biologische Funktionen in unserem Organismus und hat seinen schlechten Ruf daher vollkommen zu Unrecht. Der menschliche Körper produziert Cholesterin intern selbst in der Leber und kann es extern durch die zugeführte Nahrung aufnehmen. Es ist ein essentielles Lipid (eine Art Fettsäure), das als Komponente bei der Bildung unserer Körperzellen verwendet wird.

Bodybuilder nehmen oft eine Vielzahl verschiedener Lebensmittel zu sich, inklusive reichlich Fett außerhalb der Wettkämpfe. Als Resultat daraus kann ihr Cholesterinspiegel schnell in besorgniserregende Höhen schnellen, was wiederum schlimme Konsequenzen für die Gesundheit haben kann. Diese führe ich im Laufe dieses Artikels noch weiter aus.

Was ist Cholesterin

Cholesterin ist ein fettsäureartige, wachsige Substanz, die auch Lipid genannt wird und vorwiegend in der Leber (80% der gesamten Produktion) produziert und ansonsten in größeren Mengen über die Nahrung aufgenommen wird.

Der Name Cholesterin leitet sich von den griechischen Wörtern Chole (Galle) und Stereos (fest) ab und rührt aus der Tatsache, dass es wissenschaftlich erstmalig in der Galle in fester Form nachgewiesen werden konnte. Es fließt durch das Blut und wird hauptsächlich zur Bildung von Körperzellen (Cholesterin ist in großen Mengen in den Muskeln, dem Gehirn und der Leber vorhanden) und einiger Sexualhormone verwendet.

Wenn Cholesterin durch das Blut wandert, besteht es aus zwei Teilen: Low-Density Lipoproteins bzw. Niedrigdichte-Lipoproteine (LDL) und High-Density Lipoproteins bzw. Hochdichten Lipoproteinen (HDL). In der falschen Zusammensetzung können diese Komponenten , genau wie ein zu hoher Cholesterinspiegel, zu erheblichen kardiovaskulären Problemen führen. Nichtsdestotrotz ist Cholesterin jedoch auch essentiell wichtig für den Körper und spielt eine sehr große Rolle bei der Zellgesundheit.

Der Stoff ist ein notwendiger Bestandteil aller Zellmembranen und der Vorläufer aller Stereoidhormone, inklusive Testosteron, Östrogen und Cortisol. Zudem wird er für viele Gehirnfunktionen benötigt und transportiert antioxidative Vitamine zu den Körperzellen.

Darüber hinaus hilft Cholesterin bei der Bildung von Gallensäure, welche den Körper wiederum bei der Verdauung von Fetten unterstützt. Für gesundheitliche Probleme sorgt nicht Cholesterin allgemein, sondern nur überschüssiges Cholesterin im Blut – deshalb ist der schlechte Ruf von Cholesterin mehr als ungerechtfertigt.

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Verengung der Arterie durch Cholesterin

Negative Eigenschaften von Cholesterin

In den relativ häufigen Fällen, in denen ein erhöhter Cholesterinspiegel zu Todesfällen durch Herzkrankheiten führt, ist ein erhöhter LDL- und ein niedriger HDL-Spigel zu verzeichnen.

Die fettähnlichen Substanzen, die Lipide genannte werden (und von denen HDL und LDL zwei Lipide in Form von Fett-Protein-Komplexen sind), zirkulieren im Körper und können in falschen Verhältnissen und Mengen zu einer Verhärtung der Arterien führen (Atherosklerose).

Atherosklerose entsteht, wenn eine Plaque (fleckförmige Einlagerungen) aufgrund von hoher LDL-Aktivität gebildet wird. Je länger sich die Plaque entwickeln kann, desto faseriger wird sie und desto mehr Kalzium sammelt sich im Körper an. Wenn es dazu kommt, nimmt das Herz auf zwei verschiedene Arten Schaden:

  1. Die Arterien verengen sich aufgrund von Verkalkung und Unelastizität (ein Zustand, der Stenose genannt wird). Das sauerstoffreiche Blut wird somit immer mehr daran gehindert, zum Herz zu gelangen, da die Arterien mit der Zeit weiter verengen. Angina (Beschwerden und Schmerzen, wenn eine Blockade in einer Koronararterie verhindert, dass sauerstoffreiches Blut einen Teil des Herzens erreicht) und in vielen Fällen Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind irgendwann die unausweichliche Folge der eingeschränkten Blutzufuhr.
  2. Kleinere, unstabile Plaques können die Bildung von Blutgerinnseln auf ihrer Oberfläche verursachen. Diese Gerinsel wiederum können die Arterien zusätzlich blockieren und so ebenfalls zu Herzattacke führen.

HDL & LDL Cholesterin

HDL Cholesterin gilt als das „gute“ Lipoprotein, da es das Cholesterin von den Arterienwänden wegtransportiert, während LDL das Cholesterin von der Leber zu den Arterien hintransportiert, wo es dann in den Arterienwänden als Plaque abgelagert wird.

LDL transportiert etwas 75% des gesamten Cholesterins im menschlichen Körper. Manchmal jedoch, fällt dieses Lipoprotein einen Prozess zum Opfer, der Oxidation genannt wird und dafür sorgt, dass das Molekül unstabil wird. So kann es die Arterienwände dann durchdringen und in deren Innerem Schäden anrichten.

Um der Oxidation von LDL entgegen zu wirken, schüttet der Körper so genannte Immunfaktoren aus. Diese Immunfaktoren werden oft jedoch in so großer Zahl freigesetzt, dass sie zu Entzündungen führen können und so die Arterienwände nur noch weiter beschädigen.

Oxidiertes Cholesterin spielt darüber hinaus auch eine Rolle bei der Abnahme von Stickstoffmonoxid im Körper. Ohne Stickstoffmonoxid kann das Blut nicht ungehindert fließen und es treten weitere Herz-Kreislauf-Probleme auf.

HDL auf der anderen Seite begünstigt den Körper, indem es Cholesterin aus den Arterienwänden entfernt und zurück zur Leber transportiert. Es kann zudem die Oxidation von LDL verhindern und die Arterien frei und offen halten.

Generell kann man das HDL-LDL-Verhältnis mit ein paar Ernährungs- und Lebensstil-Änderungen positiv begünstigen. Es gibt jedoch auch krankheitsbedingte Missverhältnisse zwischen den beiden Lipoproteinen. Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine Erbkrankheit, die etwa einen aus 500 Deutschen betrifft.

Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselstörung, die verhindert, dass LDL-Cholesterin aus dem Blutkreislauf entfernt wird, sodass das Risiko für Herzkrankheiten durch den extrem hohen LDL-Gehalt im Blut extrem steigt.

Pink-gelbe Ablagerungen unter der Haut (Xanthome), besonders um die Augenlider oder an den Sehnen der Unterschenkel, charakterisieren FH. Die Krankheit kann in ausgeprägter Form bei einigen Menschen bereits zu Herzinfarkten im Kindesalter führen und ist somit extrem gefährlich. Neben einer strikten Ernährung werden oft auch Cholesterin-senkende Medikamente benötigt, um die FH zu behandeln bzw. einzuschränken.

Symptome eines hohen Cholesterinspiegels

Atherosklerose ist meistens das Endresultat eines konstant erhöhten Cholesterinspiegels. Die Symptome eines hohen Cholesteringehalts im Körper rühren aus der verschlechterten Durchblutung und beinhalten unter anderem:

  • Angina (Schmerzen in der Brust)
  • Claudicatio intermittens (Schmerzen in den Beinen beim Gehen)
  • Pink-gelbe Ablagerungen unter der Haut (Xanthome), besonders um die Augenlider oder an den Sehnen der Unterschenkel, die sonst auch mit familiärer Hypercholesterinämie verbunden werden.

Was bedeutet der HDL-LDL-Lipidspiegel?

Wie bereits gesagt, herrscht oft der Irrglaube, dass ein hoher Cholesterinspiegel zu Gesundheitsproblemen, Gefäßverhärtungen (Atherosklerose) und Herzkrankheiten führt. Dabei ist es nicht der hohe Cholesterinspiegel allgemein, der schädlich ist, sondern die Anzahl der LDL-Lipoproteine. Während HDL-Cholsterin gesundheitsförderlich ist, sorgt LDL-Cholesterin für die bekannten Beschwerden.

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Um das Lipoprotein-Profil (der Gehalt der verschiedenen Lipoproteine im Organismus) eines Menschen zu bestimmen, muss man vier Messwerte betrachten: Den gesamten Cholesteringehalt, den HDL-Cholesteringehalt, den LDL-Cholesteringehalt sowie die Triglyceride.

Wünschenswerte und nicht-wünschenswerte Messergebnisse

Anmerkung: mg/dl = Milligramm pro Deziliter ist ein Begriff, der verwendet wird, um anzugeben, wie oft eine bestimmte Substanz im Blut vorkommt.

  • Gesamtcholesterin (der gesamte Cholesteringehalt im Blut – je höher der Wert ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Herzkrankheiten kommt)
    • Weniger als 200mg/dl: Wünschenswerter Blutcholesterinspiegel
    • 200 mg/dl bis 239 mg/dl: Hoher Blutcholesterinspiegel
    • 240 mg/dl und mehr: Sehr hoher Blutcholesterinspiegel
  • HDL-Cholesterin
    • Weniger als 35 mg/dl: Niedriger HDL-Cholesterinspiegel (höhere Werte sind wünschenswert)
  • LDL-Cholesterin
    • Weniger als 100 mg/dl: Wüschenswert für Menschen mit einer Herzkrankheit
    • Weniger als 130 mg/dl: Wüschenswert für Menschen ohne Herzkrankheit
    • 130 bis 159 mg/dl: Grenzwertiges Risiko für Herzkrankheiten
    • 160 mg/dl und mehr: Hohes Risiko
  • Triglyceride (Triglyceride sind eine Art Fett, dass über Lipoprotein-Pakete durch den Blutkreislauf transportiert wird)
    • Weniger als 200 mg/dl: Normaler Triglyceridgehalt
    • 200 mg/dl bis 399 mg/dl: Grenzwertig zu einem hohen Triglyceridgehalt
    • 400 bis 999 mg/dl: Hoher Triglyceridgehalt
    • 1000 mg/dl und mehr: Sehr hoher Triglyceridgehalt

In Bezug auf die kardiovaskuläre Risikobewertung ist es informativer, das HDL / LDL-Verhältnis jeweils im Vergleich zum Gesamtcholesterin und den Triglyceriden zu messen. Ein hoher HDL- und niedriger LDL-Gehalt ist natürlich wünschenswerter als das Gegenteil.

In Teil 2 geht es dann bald damit weiter, wie Ihr euren Cholesterinspiegel kontrollieren und bei Bedarf senken könnt.

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