Ernährung: 9 Dinge die Ihr über Zucker wissen solltet


Im Durchschnitt isst jeder Deutsche etwa 32 Würfel Zucker pro Tag. In Amerika sind es pro Kopf sogar ca. 85 Würfel täglich. Das ist nicht nur eine beachtliche, sondern auch eine sehr bedenkliche Menge. Schließlich liegt die allgemeine Empfehlung der WHO für den täglichen Zuckerkonsum bei etwa 50 Gramm, was ca. 17 Würfel Zucker entspricht. Deshalb ist umso wichtiger, dass wir lernen, diese leckere Zutat, die in so vielen unseren Lebensmittel vorkommt, endlich besser zu verstehen.

Trotz der Tatsache, dass Zucker unserem Körper jede Menge Kalorien zuführt, ohne dabei ernährungsphysiologisch sinnvoll zu sein (Zucker enthält weder Vitamine, noch andere wichtige Nährstoffe), können die meisten von uns doch die Finger nicht davon lassen. Letzteres ist aber tatsächlich auch nicht ganz so einfach, schließlich ist Zucker in fast all unserer bevorzugten Lebensmittel enthalten – von Joghurt bis hin zu Sportgetränken, Proteinriegeln und vielem mehr.

Damit Ihr die süße Substanz besser verstehen zu lernt und in Zukunft fundiertere Entscheidungen im Hinblick auf eure Ernährung treffen könnt, habe ich euch in diesem Artikel die wichtigsten Fakten rund um das Thema Zucker zusammengestellt.

Food containing too much sugar. Sugar in diet causes obesity, diabetes and other health problems

Schlechte Medizin

Zuckerrohr wurde vor Tausenden von Jahren erstmals auf der Insel Neuguinea domestiziert. Als Elixier verwendet, wurde Zuckerrohr zu einem „Heilmittel“ für Krankheiten wie Kopfschmerzen, Magenflattern und Impotenz, als es 500 n. Chr. In Indien zu einem Pulver verarbeitet wurde. Heute ist bekannt, dass Zucker Schluckauf heilt, schmutzige Hände reinigt und eine brennende Zunge kühlen kann. Das war es dann aber auch schon, bei Kopfschmerzen und Magenproblemen gibt es definitiv wirksamere Heilmittel als Zucker – zum Beispiel Sport!

Negative Begleiterscheinungen

Der Verzehr von zu viel Zucker kann Triglyceridspiegel erhöhen, was unter anderem zu einem erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen führen kann. Zucker wirkt zudem entzündungsfördernd, sodass er bei übermäßigem Konsum zu Fettleibigkeit und Diabetes führen kann.

Viel Zucker = Viel Arbeit

Wenn Ihr euch dem süßen Zeug hingeben möchtet, solltet Ihr darauf vorbereitet sein, ein paar ernste Trainingseinheiten einzulegen, um die überschüssigen Kalorien wieder loszuwerden. Laut einer Studie der John Hopkins University aus dem Jahr 2014 entsprechen 50 minütiges Laufen oder 8 Kilometer Gehen in etwa das, was erforderlich ist, um die 250 Kalorien und 16 Esslöffel Zucker zu verbrennen, die in einer 0,5-Liter Flasche Limonade stecken.

Erhöhtes Sterberisiko

Manchmal sind es die süßesten Dinge, die am tödlichsten sein können. Eine an der Harvard University über 20 Jahre lang durchgeführte Studie mit 40.000 Männern ergab, dass diejenigen, die durchschnittlich eine Dose eines zuckerhaltigen Getränks pro Tag zu sich nahmen, ein um 20 Prozent höheres Risiko hatten, einen Herzinfarkt zu bekommen oder an einem solchen zu sterben als Männer, die nur selten zuckerhaltige Getränke konsumierten.

Sportgetränk

Was unsere Vorfahren schon vor Jahrunderten getrunken haben, kann heute doch auch nich so schlecht sein, oder? Laut einer im American Journal of Physiology veröffentlichten Studie erwies sich Zuckerwasser für Ausdauersportler nämlich als genauso – und manchmal sogar wirksamer – als ein kommerzielles Sportgetränk.

Zuckerfrei bedeutet nicht frei von Zucker

Nur weil auf kommerziellen oder industriell verarbeiteten Lebensmitteln der Begriff „zuckerfrei“ steht, heißt dies noch nicht, dass darin kein Zucker enthalten. Laut der FDA dürfen Lebensmittel nämlich bereits als zuckerfrei gekennzeichnet werden, sobald sie weniger als 0,5 Gramm Zucker pro Portion enthalten. Vorsicht also vor den Lügen der Industrie. Wie eine Portion ausgelegt wird, dass bleibt nämlich den Herstellern überlassen …

Künstliche Süßstoffe

Zuckerersatzstoffe, so genannte Süßstoffe, dienen dazu Zucker auf kalorienarme Weise zu ersetzen. Es gibt sie in vielen Formen und Varianten. Saccharin, Acesulfam, Aspartam und Neotam sind einige der gebräuchlichsten. Ein weiterer beliebter Ersatz, Sucralose (auch bekannt als Splenda), wurde 1976 zufällig von Wissenschaftlern entdeckt, die tatsächlich versuchten, ein Insektizid herzustellen. Meist haben diese Süßstoffe allerdings unangenehme Nebeneffekte und regen u.a. Heißhungerattacken an. Wenn schon Süßstoffe, dann lieber natürliche Alternativen wie Stevia, Erythrit oder Xylitol.

Zucker liegt in euren Genen

Vielleicht versteckt sich euer süßer Zahn bereits in eurer DNA. Forscher haben zwei Rezeptorgene gefunden, die eine Präferenz für Süßigkeiten und süße Lebensmittel vorhersagen können. Insgesamt kam die Studie jedoch zu dem Schluss, dass viele andere Variablen, einschließlich Genetik, kultureller Überzeugungen, Alter und persönlicher Erfahrungen, ebenfalls die Art und Weise beeinflussen, wie wir von Süßigkeiten angezogen werden.