Abnehmen: Wie werden Kalorien berechnet?

Wir alle haben schon von Ihnen gehört und viele fürchten sie sogar. Während man beim Muskelaufbau möglichst viele von ihnen zu sich nehmen sollte, sind sie beim abnehmen verpöhnt und sollten besser gemieden werden. Es geht natürlich um den Energiegehalt/Brennwert in Lebensmitteln: Den Kalorien. Doch habt Ihr euch eigentlich schon einmal gefragt wie diese überhaupt bestimmt werden?Kalorien sind viel mehr als ein Wort das Lebensmittel beschreibt die uns schnell dick werden lassen oder eben nicht. Bei der Bezeichnung „Kalorie“ handelt es sich um eine Maßeinheit für Energie. Jedes Lebensmittel hat eine bestimmt Anzahl an Energie, die es unserem menschlichen Körper liefern kann. Dieser Energiemenge wird oft auch als Brennwert angegeben und muss mittlerweile auf jedem verkauften Lebensmittel sichtbar ausgeschrieben stehen. Die Kalorien, die wir auf den Verpackungen unserer Lebensmittel im Supermarkt finden, werden immer in Kilokalorien (kcal) angegeben. Während eine Kalorie einer Kalorie entspricht, ist eine Kilokalorie so viel wie 1000 Kalorien.

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Eine Kilokalorie gleicht genau der Energiemenge, die benötigt wird, um die Temperatur von einem Kilo Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen (und eine Kalorie der Energie, die zur Erwärmung von einem Gramm Wasser nötig ist). Neben „kcal“ finden wir auf Lebensmitteln oft auch die Angabe „kj“. Diese Bezeichnung steht für Kilojoule und ist schlichtweg die metrische Einheit für Kalorien bzw. Energie. Eine Kilokalorie entspricht 4,184 Kilojoule. Fragt mich jetzt jedoch nicht, warum die Wissenschaftler es unbedingt für nötig hielten, die Energiemenge ebenfalls in einer Längeneinheit angeben zu müssen. Ist wahrscheinlich so ein typischer Drang von Forschern und Wissenschaftlern, alles doppelt und dreifach zu berechnen. 😉

Die Berechnung der Kalorien in unseren Lebensmitteln

Ursprünglich wurde zur berechnung von Kalorien eine Methode verwendet, bei der die kcal in einem Lebensmittel direkt durch die Energie, die es erzeugt, gemessen. Dazu wurde das Nahrungsmittel in einen verschlossen Behälter umgeben von Wasser gegeben – ein Gerät auch bekannt als Bombenkalorimeter. Dann wurde die Nahrung komplett verbrannt und der Anstieg der Wassertemperatur gemessen. Da diese Methode jedoch relativ umständlich, unpraktikabel und nicht zuletzt verschwenderisch ist, wurde sie mittlerweile durch ein anderes Konzept ersetzt.

Derzeit bestimmt der Nutrition Labeling  and Education Act von 1990 (NLEA), welche Informationen auf den Verpackungen unserer Lebensmittel angegeben werden müssen. Dabei wird vorausgesetzt, das der Kaloriengehalt auf den Etikettendirekt aus den Nahrungskomponenten bestimmt wird. Heutzutage werden die meisten Kalorienangaben auf unseren Lebensmittel durch eine indirekte Schätzung der Energiemenge bestimmt – dem so genannten Atwater System. Dabei werden keine Lebensmittel mehr verbrannt und auch sonst keine physischen Versuche durchgeführt. Man misst lediglich den Makronährstoffgehalt des jeweiligen Nahrungsmittels und ermittelt im Anschluss aus diesem den Energiegehalt. Makronährstoffe sind Proteine, Kohlenhydrate, Fett und Alkohol. Da Kohlenhydrate jedoch oft Ballaststoffe enthalten, die der Körper nicht verdauen und verwerten kann, wird der Ballaststoffgehalt vor der Kalorienberechnung von der Gesamtmenge der Kohlenhydrate abgezogen.

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Das Atwater System legt dabei die folgenden Werte für die Energiemenge der einzelnen Makronährstoffe fest:

  • Ein Gramm Protein enthält 4,1 kcal bzw. 17,1 kj
  • Ein Gramm Kohlenhydrat enthält 4,1 kcal bzw. 17,1 kj
  • Ein Gramm Fett enthält 9,3 kcal bzw. 38,9 kj
  • Ein Gramm Alkohol enthält 7,1 kcal bzw. 29,3 kj

Ursprünglich wurden diese Werte durch die zuvor verwendete Verbrennungsmethode und den Durchschnittswert derer Ergebnisse bestimmt. Wenn Ihr also das nächste mal einen Proteinriegel kauft, der 10 Gramm Protein, 20 Gramm Kohlenhydrate und 9 Gramm Fett enthält, dann entspricht dessen Energie/Kaloriengehalt genau 201 kcal. Da Fett mehr Energie mit sich bringt, als die anderen Nährstoffe, sind fetthaltige Lebensmittel auch kalorienreicher als kohlenhydrat- oder proteinhaltige Nahrung. Nichtsdestotrotz ist Fett nicht unbedingt schlecht wenn man Gewicht verlieren möchte, denn besonders ungesättigte Fettsäuren können dabei helfen, den Körperfettanteil zu reduzieren, während kurzkettige Kohlenhydrate trotz der geringeren Kalorienbilanz oft trotzdem schlechter zum Abnehmen geeignet sind, da sie den Insulinspiegel durcheinander bringen.

Vielleicht versteht Ihr jetzt ja auch, warum ballaststoffreiche Lebensmittel als extrem gesund und hilfreich beim Abnehmen gelten. Sie sättigen nicht nur stark, sondern sie verringern auch die Energiemenge, die unser Körper durch ein Lebensmittel aufnimmt. Viele Kohlenhydrate müssen also nicht unbedingt schlecht sein, so lange es sich entweder um Ballaststoffe oder um komplexe Kohlenhydrate handelt.

 

8 Kommentare zu „Abnehmen: Wie werden Kalorien berechnet?

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