Fitness: Warum Ihr auch während einer Schwangerschaft trainieren solltet


Wenn Sportlerinnen schwanger werden und die dramatischen körperlichen Veränderungen erleben, die mit einer Schwangerschaft einhergehen, kann es schnell schwierig werden, sein übliches Sportprogramm aufrecht zu erhalte. Sorgen um sich selbst und das Baby sind normal, und die Unmengen von Ratschlägen selbsternannter Gesundheitsexperten in den sozialen Medien sorgt in der mehr für Verwirrung als Oritentierung.

Dabei sollten Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften in Absprache mit ihrem Arzt auf jeden Fall dazu ermutigt werden, regelmäßig Ausdauersport und Krafttraining zu machen. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist Sport während der Schwangerschaft alles andere als einfach. Viele Frauen erleben Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Blähungen und haben das Gefühl, dass ihr Körper, den sie eigentlich so gut kennen, während der Schwangerschaft voller Überraschungen steckt. Das Training kann herausfordernd oder unbequem sein, was schnell dazu führt, dass die Motivation verloren geht. Aber es gibt dennoch viele gute Gründe dafür, auch während der Schwangerschaft weiterhin Sport zu treiben. Regelmäßige Bewegung tut nämlich nicht nur euch und eurem Immunsystem gut, sondern auch eurem Baby!

Die Vorteile von regelmäßigem Training in der Schwangerschaft

Zu den Vorteilen regelmäßiger Bewegung für schwangere Sportlerinnen gehören ein geringeres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Hypertonie (Bluthochdruck) sowie weniger Schlafstörungen, weniger Rückenschmerzen und weniger Verstopfungen – drei klassische Beschwerden während einer Schwangerschaft. Schließlich verhindert kontinuierliche körperliche Aktivität eine übermäßige Gewichtszunahme, was eine schnellere Rückkehr zu eurem normalen Energieniveau und eurer Körperzusammensetzung von vor der Schwangerschaft bedeutet. Es ist keine Überraschung, dass die Forschung nachgewiesen hat, dass durch Sport die Erholungszeit nach der Geburt insgesamt verkürzt werden kann und Stimmungsschwankungen verhindert werden können. Da der Sport zudem ganz allgemein dabei hilft, Stress während der Schwangerschaft abzubauen, kommt auch die Motivation nach einer Weile wieder von ganz alleine!

Die Vorteile von Sport während der Schwangerschaft für das Baby

Die Wissenschaft zeigt, dass es auch viele Vorteile für den ungeborenen Fötus gibt, wenn Mama Sport treibt. Dazu gehören ein gesundes Wachstum während der Schwangerschaft bis in die Kindheit hinein sowie eine niedrigere fetale Herzfrequenz und eine erhöhte Herzfrequenzvariabilität, bis nach der Geburt. Babys von Müttern, die weiterhin Sport trieben, schneiden auch bei der Beurteilung der motorischen Fähigkeiten und kognitiven Funktionstests generell besser ab und haben ein insgesamt deutlich geringeres Risiko für chronische Erkrankungen. Das bedeutet also letztendlich eine wesentlich bessere allgemeine Gesundheit des Kindes über die Geburt hinaus bis in die Kindheit – wenn das mal kein wichtiger Grund dafür, weiterhin Sport zu treiben, dann weiß ich auch nicht mehr weiter!

So bleibt Ihr in Bewegung, wenn Ihr euch müde oder schlecht fühlt

Geburtshilfe-Ärzte raten Patienten oft – insbesondere in der frühen Schwangerschaft –, häufig kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um einen konstanten Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten und GI-Beschwerden zu vermeiden. Einen ähnlichen Rat erteilt man üblicherweise auch Sportlern, die mittels ihrer Ernährung darauf abzielen, Bestleistungen zu erzielen. Doch diesen Rat kann man nicht nur auf die Ernährung beziehen, sondern auch auf den Sport selbst adaptieren. Wenn Ihr euch oft müde fühlt, solltet Ihr erwägen, euer Training in kürzere, häufig über den Tag verteilte Trainingseinheiten zu unterteilen. Jeweils viermal am Tag 10 Minuten zu gehen oder zu laufen fühlt sich oft besser an als 40 Minuten am Stück zu laufen. Denkt auch daran, dass Übelkeit und Müdigkeit oft nach den ersten Minuten des Trainings ganz von alleine verschwinden!

Einfache Tipps für das Training während einer Schwangerschaft

  1. Denkt daran, dass euer Körper dafür geschaffen wurde. Eine Schwangerschaft ist etwas ganz Normales und Natürliches.
  2. Achtet auf die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf. Dies sind bewährte Strategien für jeden Sportler und haben auch während der Schwangerschaft eine große Relevanz.
  3. Denkt daran, dass der Sport nicht nur für euch selbst ist – er hat auch einen großen Einfluss auf euer Baby und kann ihm viele gesundheitliche Vorteile bescheren.
  4. Versucht mindestens 150 Minuten moderate Aktivitäten pro Woche einzulegen und diese bei Bedarf in kleine „Trainingshäppchen“ einzuteilen, mit denen Motivation und Spaß beim Sport nicht verloren gehen.
  5. Denkt daran, dass jede Art der Bewegung eine Form von Sport ist. Wenn Ihr üblicherweise gerne laufen geht, euch dabei während der Schwangerschaft aber die Gelenke schmerzen, dann versucht es doch mal mit einer anderen Alternative. Wandern, Schwimmen, Radfahren, Poolrunning oder diverse Cardiotrainer bieten ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, regelmäßig in Bewegung zu bleiben!
  6. Hört auf euren Körper! Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann lasst es sein! Solltet Ihr Fragen haben, sprecht am besten direkt mit eurem Arzt darüber.
  7. Besprecht eure Trainings- und Fitnesspläne mit eurem Arzt oder Schwangerschaftshelfer, damit Ihr gemeinsam einen Plan erstellen könnt, der für euch persönlich am besten geeignet ist. Die meisten Aktivitäten sind in der Schwangerschaft absolut sicher.
  8. Zieht während der Schwangerschaft gezieltes Beckenbodentraining in Betracht, um euch optimal auf die Geburt vorzubereiten.

Eine Schwangerschaft ist ein wunderbarer und aufregender Teil des Lebens. Genießt die Herausforderungen und Belohnungen, einem neuen Menschen das Leben zu schenken und bleibt in Bewegung. Euer Engagement wird euch und eurem Baby noch lange nach der Geburt viele Vorteile bringen.